Iranisches Kriegsschiff sinkt vor jener Seeufer Sri Lankas – Spanien bekräftigt Kritik an USA und Israel
Vor der Küste Sri Lankas ist ein iranisches Kriegsschiff angegriffen worden. Viele Details sind noch unklar. Spaniens Ministerpräsident bekräftigt seine Ablehnung des Angriffs der USA und Israels auf den Iran. Mehr im Liveticker.
Seit dem Wochenende greifen Israel und die USA den Iran an. Am Samstag wurde das geistliche Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet, der seit 1989 an der Macht war. Nun wurde ein iranisches Kriegsschiff vor der Küste Sri Lankas angegriffen. Mindestens 101 Menschen werden vermisst. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.
Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:
12:09 Uhr – Trauerfeier für Chamenei wird verschoben
Die für Mittwochabend geplante Trauerfeier für das getötete geistliche Oberhaupt der Islamischen Republik, Ajatollah Ali Chamenei, wird verschoben. Das berichten staatliche iranische Medien. Ein neuer Termin werde später bekannt gegeben, heißt es weiter. Gründe für die Absage des Traueraktes an der Imam-Chomeini-Gebetsstätte wurden nicht mitgeteilt.
12:04 Uhr – Hisbollah meldet Angriffe auf Luftfahrtkonzern in Israel
Die Hisbollah-Miliz im Libanon greift nach eigenen Angaben ein israelisches Luftfahrtunternehmen und einen Militärstützpunkt in Israel an. Die pro-iranische Terror-Miliz erklärt, in der Nacht die Zentrale des Konzerns Israel Aerospace Industries (IAI) im Zentrum Israels „mit einem Schwarm von Angriffsdrohnen“ attackiert zu haben. Der Angriff sei eine Antwort auf die „kriminelle israelische Aggression“ gegen Dutzende libanesische Städte und Ortschaften gewesen.
11:52 Uhr – Iranisches Kriegsschiff sinkt vor Küste Sri Lankas
Ein iranisches Schiff ist vor der Küste Sri Lankas angegriffen worden – offenbar von einem U-Boot. Wie die Nachrichtenagentur Reuters aus Kreisen der sri-lankischen Marine und des Verteidigungsministeriums erfuhr, gelten mindestens 101 Menschen als vermisst. Ein Mensch sei ums Leben gekommen, 78 weitere seien verletzt worden. Ursprünglich seien 180 Menschen an Bord gewesen. 32 „lebensgefährlich verletzte“ Matrosen seien rund 40 Kilometer südlich der srilankischen Küste von der Fregatte „IRIS Dena“ gerettet worden, erklärte Außenminister Vijitha Herath.
Die Marine habe um 06.00 Uhr morgens auf einen Notruf reagiert und Rettungsmaßnahmen eingeleitet. Das Schiff sei nach dem Vorfall gesunken. Wer der Angreifer gewesen sei, sei noch unklar. Die „IRIS Dena“ ist eines der neuesten Kriegsschiffe des Iran. Die Fregatte war das Herzstück einer internationalen Tour mit zwei Schiffen im Jahr 2023, die Hafenanläufe in Ländern wie Südafrika und Brasilien umfasste. Das US-Finanzministerium setzte das Schiff im Februar 2023 auf eine Sanktionsliste.
10:57 Uhr – Evakuierungsflug landet am Donnerstagmorgen
Der erste Evakuierungsflug im Auftrag der Bundesregierung wird nach Angaben der Lufthansa am frühen Donnerstagmorgen in Frankfurt landen. Der Jet soll demnach gegen Mitternacht in Omans Hauptstadt Maskat starten. Die Maschine hat in der Konfiguration der Lufthansa 279 Passagiersitze. Für diesen ersten Evakuierungsflug sollten nach den Worten von Bundesaußenminister Wadephul besonders verwundbare Gruppen ausgewählt werden, wie Schwangere, Kranke oder Kinder. Weitere Flüge seien in den kommenden Tagen geplant.
10:42 Uhr – Russland: USA nutzen Iran-Bedrohung als Vorwand für Umsturz
Russland wirft den USA vor, eine erfundene Bedrohung durch den Iran als Vorwand für einen Umsturz der dortigen Ordnung zu nutzen. Die Regierung in Washington habe die Verhandlungen mit Teheran als Deckmantel missbraucht, um ihre Pläne für einen Regimewechsel zu verschleiern, sagt Außenamtssprecherin Maria Sacharowa in Moskau.
10:12 Uhr – Bundesregierung plant keine Spritpreisbremse
Die Bundesregierung plant offenbar keine Entlastungen für Autofahrer wegen der stark gestiegenen Preise an Tankstellen. Angesprochen auf eine mögliche Spritpreisbremse sagt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche in München: „Die steht nicht auf der Agenda.“
09:45 Uhr – Spanien bekräftigt Kritik an Angriff auf Iran
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez bekräftigt seine Ablehnung des Angriffs der USA und Israels auf den Iran. Der Konflikt berge das Risiko, dass mit dem Leben von Millionen Menschen gespielt werde. „So beginnen die großen Katastrophen der Menschheit… Man kann nicht mit dem Schicksal von Millionen Menschen Russisches Roulette spielen“, sagte Sanchez in einer Fernsehansprache an die Nation.
Sanchez hat die Bombardierungen des Iran durch die USA und Israel als rücksichtslos und illegal verurteilt. US-Flugzeugen untersagte er die Nutzung von Marine- und Luftwaffenstützpunkten in Südspanien für die Offensive. Trump drohte daraufhin damit, den Handel mit Spanien einzustellen.
09:01 Uhr – Frankreich will Staatsbürger aus mehreren Staaten ausfliegen
Frankreichs Außenminister Barrot kündigt mehrere Rückholflüge für französische Staatsbürger im Nahen Osten an. Geplant seien Flüge aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Israel, sagt Barrot dem Sender France 2. Zu der genauen Zahl der Passagiere äußert er sich nicht. In der Region halten sich derzeit rund 400.000 französische Staatsbürger auf.
08:27 Uhr – Masala: „Der Iran hat sich verkalkuliert“
Im Krieg gegen Israel, die USA und ihre Verbündete setzt der Iran aktuell vor allem auf Drohnen. Ob das iranische Raketenprogramm aber erfolgreich geschwächt wurde, ist für Sicherheitsexperte Carlo Masala offen. „Wir wissen aber auch, dass der Iran unterirdisch Raketen lagert. Also, es kann sein, dass das nur eine kleine Pause ist des Irans mit dem Raketenbeschuss“, sagt Masala im Interview mit WELT TV.
Das Kalkül der iranischen Führung mit Angriffen auf die Nachbarn sei gewesen, dass die Nachbarn die USA und Israel drängen, diesen Krieg einzustellen. Das sei nicht eingetreten, im Gegenteil. „Die beschossenen Nachbarn halten sich die Option frei, aktiv in diesen militärischen Konflikt mit einzutreten, was für den Iran zum Nachteil wäre“, sagt Masala. „Wenn der Iran letzten Endes hier einen Flächenbrand in dem Sinne erzeugen wollte, dass in vielen seiner arabischen Nachbarstaaten innenpolitische Proteste gegen die Politik der Regierungen ausbrechen, hat er sich momentan verkalkuliert.“
08:26 Uhr – Israel droht, Chamenei-Nachfolger zu eliminieren
Israel will auch den Nachfolger des zum Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran getöteten Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei töten. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz schreibt in einem Post auf der Plattform X, jeder Anführer, der im Iran ernannt werde, „um weiterhin das Programm zur Vernichtung Israels voranzutreiben, die USA, die freie Welt und die Staaten der Region zu bedrohen und das iranische Volk zu unterdrücken, wird ein eindeutiges Ziel für eine Eliminierung sein“. Es spiele dabei keine Rolle, „wie er heißt oder wo er sich versteckt“.
Man werde sich weiterhin gemeinsam mit den USA dafür einsetzen, „die Fähigkeiten des Regimes zu zerschlagen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass das iranische Volk es stürzt und ersetzt“. Als einer der möglichen Nachfolger Chameneis gilt sein Sohn Modschtaba.
08:15 Uhr – Iran feuert mehr als 40 Raketen auf israelische und US-Ziele
Die iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben mehr als 40 Raketen auf Ziele Israels und der USA abgefeuert. Es handle sich um die 17. Angriffswelle der „Operation Ehrliches Versprechen“, hieß es in einer im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung der Revolutionsgarden. Der Angriff sei vor „ein paar Stunden“ erfolgt.
08:10 Uhr – Israel fliegt erneute Angriffswelle auf Teheran
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben erneut massive Luftangriffe auf die iranische Hauptstadt Teheran geflogen. Bei der Angriffswelle unter „Anleitung der Geheimdienste“ seien „Dutzende Ziele“ im Iran getroffen worden, darunter „Kommandozentralen des terroristischen iranischen Regimes“ in unterschiedlichen Teilen von Teheran. Ziel seien insbesondere Einrichtungen der „inneren Sicherheit“ des Landes gewesen.
In Israel ertönte am Mittwochmorgen erneut Luftalarm. Verletzt wurde nach offiziellen Angaben niemand.
07:57 Uhr – Libanon meldet Angriff auf Hotel
Das israelische Militär hat neue Luftangriffe auf die libanesische Hauptstadt Beirut gestartet. Das teilte das Militär mit. Zuvor hatte das libanesische Gesundheitsministerium sechs Tote und acht Verletzte bei Angriffen auf die Städte Aramun und Saadijat in der Nähe Beiruts vermeldet.
Getroffen wurde den Angaben zufolge auch ein Hotel in Hasmie, einem Vorort der libanesischen Hauptstadt. Gäste des Hotels berichteten, es habe zuvor keinerlei Warnung gegeben. Das zweite Stockwerk sei getroffen worden, während die Gäste geschlafen hätten, sagte Maggie Schibli, die Ehefrau des Besitzers des Hotels.
07:54 Uhr – Trauerfeier für Chamenei geplant
Der Iran nimmt am Mittwochabend mit einer Zeremonie in Teheran Abschied von dem getöteten geistlichen Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei. Die Feierlichkeiten sollen um 22.00 Uhr Ortszeit (19.30 Uhr MEZ) auf der Imam-Chomeini-Gebetsstätte beginnen und drei Tage andauern, wie die staatlichen Medien meldeten.
07:52 Uhr – USA beraten mit Kurden-Milizen
Iranische Kurden-Milizen haben Insidern zufolge mit den USA über Angriffe auf Sicherheitskräfte im Iran beraten. Ziel sei es, das Militär nach dem Tod von Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei zu schwächen und einen Aufstand zu initiieren, sagen drei mit den Plänen vertraute Personen. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.
07:22 Uhr – Drohne in Bagdad abgeschossen
Nahe dem Flughafen der irakischen Hauptstadt Bagdad ist erneut eine Drohne abgeschossen worden. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurde bei dem Vorfall niemand verletzt, es sei kein Sachschaden entstanden. Am internationalen Flughafen von Bagdad befindet sich ein militärischer Bereich, der von US-Beratern genutzt wird. Früher waren dort Truppen der US-geführten Militärkoalition stationiert.
05:32 Uhr – US-Militär veröffentlicht Identität getöteter Soldaten
Das US-Militär gibt die Namen von vier Soldaten bekannt, die in Kuwait von einer iranischen Drohne getötet wurden. Die vier Soldaten im Alter von 20 bis 42 Jahren starben dem Pentagon zufolge am Sonntag. Insgesamt sind in dem Konflikt bislang sechs US-Soldaten getötet worden. Der demokratische Senator Chris Murphy sagte, die Regierung habe den Abgeordneten mitgeteilt, dass weitere Amerikaner sterben würden.
04:01 Uhr – „Gesamte Marine versenken“ – USA geben Einblick in Mission „Epische Wut“
Admiral Brad Cooper, der Chef des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten (Centcom) gibt in einem auf X veröffentlichten Video einen Einblick in die Operation „Epische Wut“: Demnach haben die USA bisher fast 2000 Ziele angegriffen und nach eigenen Angaben 17 iranische Kriegsschiffe zerstört. „Heute ist kein einziges iranisches Schiff im Arabischen Golf, in der Straße von Hormus oder im Golf von Oman unterwegs“, sagt Cooper in dem Video. Es gehe darum, „die gesamte iranische Marine zu versenken“, bekräftigte er.
Er erinnerte an den Beginn des Irak-Kriegs 2003. „Die ersten 24 Stunden dieser Operation waren fast doppelt so umfangreich“, sagte Cooper.
04:18 Uhr – Modschtaba Chamenei könnte Macht übernehmen
Am Dienstag haben 88 Kleriker im Iran getagt, um einen Nachfolger für Ajatollah Ali Chamenei zu finden. Berichten zufolge ist dessen Sohn Modschtaba der klare Favorit. Schon am Mittwoch könnte die Entscheidung der Klerikerversammlung offiziell verkündet werden. Mit Modschtaba Chamenei hätten sich die Hardliner und Revolutionsgarden durchgesetzt.
03:52 Uhr – Herabfallende Trümmer töten elfjähriges Mädchen in Kuwait
In Kuwait ist ein elf Jahre altes Mädchen von herabfallenden Trümmern tödlich verletzt worden. Wiederbelebungsversuche der Rettungskräfte blieben erfolglos: Sie wurde wenig später in einem Krankenhaus in Kuwait-Stadt für tot erklärt, wie das Gesundheitsministerium auf X mitteilte. Die Behörde machte keine genauen Angaben zur Art der Trümmer.
02:33 Uhr – Syrien rüstet an Grenze zum Libanon und Irak auf
Syrien verstärkt seine Grenzen mit Raketeneinheiten und Tausenden Soldaten. Das syrische Verteidigungsministerium erklärte, die Armee habe ihre Präsenz entlang der Grenzen zum Libanon und zum Irak ausgebaut. Dies geschehe im Rahmen von Bemühungen zum Schutz und zur Kontrolle der Grenzen angesichts des eskalierenden regionalen Konflikts
02:11 Uhr – Iranische Rakete trifft großen US-Stützpunkt in Katar
Eine aus dem Iran abgefeuerte ballistische Rakete hat den auch vom US-Militär genutzten Stützpunkt Al-Udeid in Katar getroffen. Dabei sei niemand verletzt worden, erklärte das Verteidigungsministerium in Doha auf X. Die Behörde machte keine Angaben zum genauen Einschlagsort der Rakete oder möglichen Schäden. Eine zweite ballistische Rakete sei von der Luftabwehr abgefangen worden.
00:50 Uhr – US-Regierung entsendet Charterflüge zur Evakuierung von US-Bürgern
Die US-Regierung gibt die Bereitstellung von Charterflügen zur Evakuierung von US-Bürgern aus dem Nahen Osten bekannt. US-Vertreter hätten bei der Organisation von Flügen aus Jordanien, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten geholfen und „werden weiterhin zusätzliche Kapazitäten sichern, sofern die Sicherheitslage dies zulässt“, erklärte das US-Außenministerium.
Seit Kriegsbeginn seien bereits mehr als 9000 US-Bürger sicher aus dem Nahen Osten ausgereist, davon mehr als 300 aus Israel.
dpa/AP/AFP/Reuters/krö/jm/rct/nw/jmr/lay/sebe/ll
Source: welt.de