Dieselpreis springt darüber hinaus 2-Euro-Marke – Bundesregierung plant keine Spritpreisbremse
Der Dieselpreis ist infolge der Verwerfungen des Iran-Krieges auf mehr als zwei Euro geklettert. In der morgendlichen Preisspitze um 7.15 Uhr ermittelte der ADAC einen bundesweiten Durchschnittspreis von 2,054 Euro pro Liter. Im Tagesverlauf kann er allerdings auch wieder fallen – um 8.30 Uhr waren es noch 1,991 Euro. An normalen Tagen sind Benzin und Diesel morgens in der Regel mehr als 10 Cent teurer als am Abend. Zuletzt hatte der schnelle Anstieg diese Entwicklung aber zumindest teilweise überlagert.
Auch Superbenzin der Sorte E10 legte deutlich zu und kostete in der morgendlichen Spitze 1,995 Euro pro Liter. Der Anstieg fiel aber nicht ganz so stark aus wie beim Dieselpreis, der dem ADAC zufolge deutlich sensibler auf Krisen reagiert.
Ein weiterer Anstieg des Tagesdurchschnittspreises ist angesichts der aktuellen Zahlen wahrscheinlich. Dass Diesel auch in diesem Wert die 2-Euro-Marke überschritt, war zuletzt im September 2022 passiert.
Je nach Tankstelle kann es große Abweichungen zum Durchschnittspreis geben. So gab es auch am Morgen noch viele Tankstellen, an denen Diesel unter 2 Euro pro Liter zu haben war. Gerade in Krisenzeiten lohne sich der Preisvergleich besonders, betont der ADAC.
Bundesregierung plant bislang keine Spritpreisbremse
Die Bundesregierung plant bislang nach eigenen Angaben keine Entlastungen für Autofahrer wegen der stark gestiegenen Preise an Tankstellen. Angesprochen auf eine mögliche Spritpreisbremse sagte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am Mittwoch in München: „Die steht nicht auf der Agenda.“
Eine Knappheit bei Öl und Gas gebe es in Deutschland nicht. Es gebe zwar Preisausschläge an den Märkten wegen des Krieges in Nahost, aber kein Mengenproblem. „Die Lage bleibt volatil“, betonte Reiche. Die Bundesregierung gehe nicht unvorbereitet in die Situation und habe Instrumente zum Handeln. Es gebe aber noch keinen Anlass, sie auch einzusetzen.
Wirtschaftsweise Veronika Grimm fordert einen wirtschaftlichen Notfallplan für Europa. Man müsse sich kurzfristig darauf vorbereiten, mögliche Marktverwerfungen zu begrenzen und Vertrauen in die Stabilität der Energieversorgung zu sichern, schreibt sie im „Handelsblatt“: „Die Erfahrungen aus der Corona- und der Energiekrise zeigen, dass koordinierte europäische Beschaffung, strategische Reserven und temporäre Stabilisierungsinstrumente wirksam sein können.“ Solche Krisenmechanismen sollten vorbereitet sein, bevor sich Marktspannungen verfestigen, mahnt die Ökonomin.
Ölpreise steigen weiter deutlich
Die Ölpreise setzen ihren Höhenflug am Mittwoch fort. Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, dass die US-Marine Tankschiffe bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus – falls erforderlich – eskortieren wird, konnte den Anstieg nur zeitweise bremsen. Im frühen Handel wurde Brent-Öl aus der Nordsee mit Lieferung im Mai bei 84,07 US-Dollar je Barrel (159 Liter) gehandelt. Das sind etwas mehr als drei Prozent über dem Niveau vom Vorabend.
Seit dem Beginn der Angriffe der USA und Israels gegen den Iran am Wochenende hat sich Brent-Öl um mittlerweile etwa 16 Prozent verteuert. Am Dienstag wurde bei 85,12 Dollar zeitweise der höchste Stand seit Juli 2024 erreicht. Der Ölpreis ist – zusammen mit dem Dollarkurs – der wichtigste Treiber für Veränderungen beim Spritpreis.
Dax bleibt stabil – Talfahrt der Kurse in Asien
Die vage Hoffnung auf eine Sicherung der Straße von Hormus bremste den heftigen Kursrutsch am deutschen Aktienmarkt. Der in den beiden vergangenen Tagen um fast sechs Prozent abgesackte Dax lag in den ersten Handelsminuten am Mittwochmorgen mit einem halben Prozent im Plus bei 23.910 Zählern. Der MDax der mittelgroßen Börsentitel stabilisierte sich um 0,2 Prozent auf 29.868 Zähler, der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 lag ebenfalls leicht im Plus.
An den asiatischen Börsen hatte es zuvor hingegen deutliche Kursverluste gegeben: Insbesondere im südkoreanischen Seoul kam es am Mittwoch zu teils panikartigen Verkäufen, der Leitindex Kospi sackte um mehr als zwölf Prozent ab, wobei sich Anleger insbesondere von im Zuge des Booms bei Künstlicher Intelligenz (KI) aufgebauten Technologiepositionen trennten.
Source: welt.de