„Fast paarweise so umfangreich wie 2003“ – USA schenken Einblick in Mission „Epic Fury“

Die USA haben bereits mehr als 2000 Ziele im Iran angegriffen. Ein wichtiger Admiral gibt einen Einblick in die Mission „Epic Fury“. Das Gelände der US-Botschaft in Dubai wurde von einer Drohne getroffen. Mehr im Liveticker.

Israel und die USA haben den Iran am Samstagmorgen angegriffen. Dabei wurde auch das geistliche Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet, der seit 1989 an der Macht war. Der Iran reagiert mit Gegenangriffen auf US-Basen, Israel und arabische Verbündete der USA. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.

Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:

04:01 Uhr – „Fast doppelt so umfangreich wie 2003“ – USA geben Einblick in Mission „Epic Fury“

Admiral Brad Cooper, der Chef des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten (Centcom) gibt in einem auf X veröffentlichten Video einen Einblick in die Operation „Epic Fury“: Demnach haben die USA bisher fast 2000 Ziele angegriffen. Er erinnerte an den Beginn des Irak-Kriegs 2003. „Die ersten 24 Stunden dieser Operation waren fast doppelt so umfangreich“, sagte Cooper.

Das US-Militär habe „Irans Luftabwehr massiv geschwächt“ und Hunderte ballistische Raketen, Abschussvorrichtungen und Drohnen zerstört. Dabei seien auch B-52-Bomber eingesetzt worden. Innerhalb von weniger als 100 Stunden seien auch 17 iranische Kriegsschiffe zerstört worden, auch das einsatzfähigste iranische U-Boot sei versenkt worden.

Cooper wies darauf hin, dass der Iran als Vergeltung über 500 ballistische Raketen und mehr als 2.000 Drohnen abgefeuert habe. Er betonte jedoch, dass die USA die letzten mobilen ballistischen Raketenabschussvorrichtungen des Iran „jagen“, um deren „verbleibender Startkapazität“ ein Ende zu bereiten.

04:18 Uhr – Modschtaba Chamenei könnte Macht übernehmen

Am Dienstag haben 88 Kleriker im Iran getagt, um einen Nachfolger für Ajatollah Ali Chamenei zu finden. Berichten zufolge ist dessen Sohn Modschtaba der klare Favorit. Schon am Mittwoch könnte die Entscheidung der Klerikerversammlung offiziell verkündet werden. Mit Modschtaba Chamenei hätten sich die Hardliner und Revolutionsgarden durchgesetzt.

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03:52 Uhr – Herabfallende Trümmer töten elfjähriges Mädchen in Kuwait

In Kuwait ist ein elf Jahre altes Mädchen von herabfallenden Trümmern tödlich verletzt worden. Wiederbelebungsversuche der Rettungskräfte blieben erfolglos: Sie wurde wenig später in einem Krankenhaus in Kuwait-Stadt für tot erklärt, wie das Gesundheitsministerium auf X mitteilte. Die Behörde machte keine genauen Angaben zur Art der Trümmer.

02:33 Uhr – Syrien rüstet an Grenze zum Libanon und Irak auf

Syrien verstärkt seine Grenzen mit Raketeneinheiten und Tausenden Soldaten. Das syrische Verteidigungsministerium erklärte, die Armee habe ihre Präsenz entlang der Grenzen zum Libanon und zum Irak ausgebaut. ⁠Dies geschehe im Rahmen von Bemühungen zum Schutz und zur Kontrolle der Grenzen angesichts des eskalierenden regionalen Konflikts

02:11 Uhr – Iranische Rakete trifft großen US-Stützpunkt in Katar

Eine aus dem Iran abgefeuerte ballistische Rakete hat den auch vom US-Militär genutzten Stützpunkt Al-Udeid in Katar getroffen. Dabei sei niemand verletzt worden, erklärte das Verteidigungsministerium in Doha auf X. Die Behörde machte keine Angaben zum genauen Einschlagsort der Rakete oder möglichen Schäden. Eine zweite ballistische Rakete sei von der Luftabwehr abgefangen worden.

1:55 Uhr – Laut US-Armee fast 2000 Ziele im Iran getroffen

Nach Angaben des Kommandeurs des für den Nahen Osten zuständigen US-Zentralkommandos (Centcom) haben die USA bislang fast 2000 Ziele im Iran getroffen. Die Angriffe hätten „Irans Luftverteidigung massiv geschwächt und Hunderte von iranischen ballistischen Raketen, Startern und Drohnen zerstört“, sagte Centcom-Kommandeur Brad Cooper.

Die Angriffe auf den Iran waren Cooper zufolge in den ersten 24 Stunden des Krieges fast doppelt so umfangreich wie jene am ersten Tag des US-Krieges gegen den Irak im Jahr 2003. „Wir setzen die rund um die Uhr geflogenen Angriffe auf den Iran fort“, so Cooper weiter.

00:50 Uhr – US-Regierung entsendet Charterflüge zur Evakuierung von US-Bürgern

Die US-Regierung gibt die Bereitstellung von Charterflügen zur Evakuierung von US-Bürgern aus dem Nahen Osten bekannt. US-Vertreter hätten bei der Organisation von Flügen aus Jordanien, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten geholfen und „werden weiterhin zusätzliche Kapazitäten sichern, sofern die Sicherheitslage dies zulässt“, erklärte das US-Außenministerium.

Seit Kriegsbeginn seien bereits mehr als 9000 US-Bürger sicher aus dem Nahen Osten ausgereist, davon mehr als 300 aus Israel.

00:40 Uhr – Israel greift erneut Iran an

Das ‌israelische Militär teilt ⁠mit, es habe ​eine ⁠breite Angriffswelle gegen Ziele im ‌Iran ⁠begonnen. Die Angriffe zielten auf iranische „Abschussanlagen, Luftabwehrsysteme und weitere Infrastruktur“ ab. Zuvor hatte Teheran Israel nach israelischen Angaben mit einer massiven Angriffswelle überzogen.

In weiten Teilen Israels waren in der Nacht Luftschutzsirenen zu hören, während die israelische Armee versuchte, die iranischen Geschosse abzufangen. Es gab keine unmittelbaren Berichte über nennenswerte Treffer. Die israelische Polizei erklärte, im Raum Tel Aviv sei eine Frau durch Splitter leicht verletzt worden.

00:24 Uhr – Katar fasst angebliche iranische Spione

In Katar haben die Sicherheitsbehörden zehn angebliche Spione der iranischen Revolutionsgarde festgenommen. Sieben von ihnen hätten den Auftrag gehabt, Informationen über die militärische Infrastruktur des Golfstaats zu sammeln, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur QNA. Drei weitere sollten demnach Sabotageakte verüben und waren im Umgang mit Drohnen geschult. Sie hätten ihre Verbindung zu den Revolutionsgarden eingeräumt

Dienstag, 3. März

23:08 Uhr – Rubio: USA haben Iran nicht wegen Israel angegriffen

Die USA haben den Iran nach den Worten von US-Außenminister Marco Rubio zum Schutz eigener Sicherheitsinteressen angegriffen – und nicht wegen des Agierens von Israel. Es sei nicht mehr darum gegangen, ob die USA den Iran angreifen, sondern nur noch um den Zeitpunkt, sagte er in Washington. „So oder so musste es passieren.“ Das habe er bereits am Montag gesagt, seine Aussage sei aber nicht korrekt wiedergegeben worden.

Rubio und der Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, hatten zuvor das Agieren Israels in den Fokus gerückt. „Israel war entschlossen, hier zu seiner eigenen Verteidigung zu handeln, mit oder ohne amerikanische Unterstützung“, sagte Johnson. Rubio hatte gesagt, die USA hätten Kenntnis davon gehabt, dass Israel angreifen würde. „Wir wussten, dass dies einen Angriff auf die amerikanischen Streitkräfte auslösen würde“, führte Rubio aus.

21:44 Uhr – Trump verspricht Schutz für Schiffe in der Straße von Hormus

Donald Trump will den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus absichern – auch mit der eigenen Marine. „Falls erforderlich, wird die US-Marine so bald wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren“, schrieb er auf seiner Plattform „Truth Social“. Um jeden Preis würden die USA den freien Fluss von Energie für den Rest der Welt sicherstellen.

Zudem habe er die zuständige Behörde für Entwicklungsfinanzierung DFC angewiesen, Risikoversicherungen und Garantien für den gesamten Seehandel in der Region anzubieten. Die Maßnahme ziele vor allem auf Energietransporte, sei aber für alle Reedereien verfügbar.

21:17 Uhr – Drohnenangriff auf US-Konsulat in Dubai

In Dubai ist nach einem mutmaßlich iranischen Drohnenangriff am US-Konsulat ein Feuer ausgebrochen. Es habe dort einen „Vorfall mit einer Drohne“ gegeben, teilte das Medienbüro der Stadt mit. Die Rettungskräfte hätten sofort reagiert, Verletzte habe es nicht gegeben. Videos zeigten eine Explosion im Zentrum von Dubai und kurz darauf einen Brand. Die US-Botschaft im Land hatte zuvor bereits dazu aufgerufen, wegen der Gefährdung keineswegs zur Botschaft oder dem Konsulat zu kommen.

Die iranischen Angriffe in den Vereinigten Arabischen Emiraten dauern auch am vierten Tag des Krieges mit dem Iran an. Insgesamt hat sich die Lage laut Augenzeugen aber beruhigt. Seit zwei Tagen habe es kaum Explosionen gegeben.

20:36 Uhr – Israel meldet Angriff auf iranische Anlage zur Atomwaffen-Entwicklung

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben einen Gebäudekomplex im Iran zur Entwicklung von Atomwaffen angegriffen. Die Anlage habe dazu gedient, „notwendige Fähigkeiten“ dafür bereitzustellen. Belege liefert die Armee zunächst nicht. Eine Stellungnahme des Irans liegt nicht vor.

19:33 Uhr – Israel will ab morgen Abend seinen Luftraum teilweise öffnen

Israel will seinen Luftraum teilweise öffnen, um im Ausland gestrandete Israelis zurück ins Land kommen zu lassen. „Nach Lagebewertungen der Sicherheitsbehörden wird der Luftraum bereits in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag geöffnet“, zitierte der israelische TV-Sender N12 Verkehrsministerin Miri Regev. Der Betrieb am internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv soll dann schrittweise aufgenommen werden.

Nach dem derzeitigen Plan wird es jedoch nur Ankünfte von Passagieren geben: In den Flugzeugen, die den Flughafen Ben Gurion verlassen, um Israelis aus dem Ausland zu holen, werden keine Passagiere zugelassen.

17:49 Uhr – Trump spielt steigende Ölpreise herunter: „Werden tiefer sein als zuvor“

Donald Trump hat die steigenden Ölpreise infolge des Iran-Krieges heruntergespielt. Bei einer Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz im Weißen Haus antwortete der US-Präsident auf eine Frage nach den Preisen, man habe ⁠eingreifen müssen, um eine iranische Atombombe zu verhindern. Man werde „für eine kleine ‌Weile etwas hohe Ölpreise“ ⁠haben. „Aber sobald ‌das endet, ​werden ⁠diese Preise fallen, glaube ​ich, sogar tiefer als zuvor.“ Die Inflation ist in ‌den ​USA im Wahljahr für den US-Kongress ein großes ‌Thema. Zudem ‌ist der Iran-Krieg laut Umfragen unpopulär.

17:22 Uhr – Großbritannien und Frankreich senden Kriegsschiffe nach Zypern

Großbritannien verlegt Premierminister Keir Starmer zufolge Hubschrauber zur Drohnenabwehr nach Zypern. Zudem werde der Zerstörer „HMS Dragon“ in die Region entsandt, heißt es weiter.

Ebenso entsendet Frankreich nach Angaben aus Behördenkreisen zur Stärkung der zyprischen Drohnenabwehr ein Kriegsschiff zu der Mittelmeerinsel. Zudem werde Frankreich landbasierte Systeme zur Drohnen- und Raketenabwehr schicken, bestätigen zyprische Beamte. Auch Deutschland habe positiv auf eine Bitte reagiert, ein Kriegsschiff zu entsenden, sagten drei Gewährspersonen gegenüber AP.

16:00 Uhr – Nato-Chef befürwortet Angriffe auf Iran

Nato-Generalsekretär Mark Rutte verteidigt die Angriffe Israels und der Vereinigten Staaten auf Iran erneut. „Der Iran steht kurz davor, sich nukleare Fähigkeiten und ballistische Raketen zu beschaffen“, sagt er bei einem Besuch in Skopje. Das sei nicht nur eine „existenzielle Bedrohung“ für Israel, sondern stelle auch eine große Gefahr für Europa dar.

Die Tötung des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei kommentiert er mit den Worten: „Ich denke, wir sind alle besser dran, wenn er weg ist.“

Gleichzeitig betont Rutte, dass die Nato selbst nicht bei den Angriffen involviert sei. Er weist Behauptungen zurück, wonach US-Präsident Donald Trump die Nato um eine Beteiligung gebeten hätte.

15:17 Uhr – Gebäude des iranischen Expertenrats laut iranischen Medien bei Angriff getroffen

Bei neuen US-israelischen Luftangriffen ist nach Angaben iranischer Medien das Gebäude des Expertenrats getroffen worden, der einen Nachfolger des getöteten obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei wählen soll. Die „amerikanisch-zionistischen Verbrecher“ hätten das Expertenrats-Gebäude in der südlich von Teheran gelegenen Stadt Ghom angegriffen, berichtet die Nachrichtenagentur Tasnim. Örtliche Medien zeigen Aufnahmen des schwer beschädigten Gebäudes.

14:45 Uhr – US-Präsident Trump lehnt Verhandlungen mit iranischer Führung ab

US-Präsident Donald Trump schließt Gespräche mit der iranischen Führung vorerst aus. „Ihre Luftabwehr, Luftwaffe, Marine und Führung sind weg“, schreibt Trump auf Truth Social. „Sie wollen reden. Ich habe gesagt: ‚Zu spät!‘“

Noch am Sonntag – einen Tag nach Beginn der massiven US-israelischen Luftangriffe im Iran – hatte Trump grundsätzliche Gesprächsbereitschaft signalisiert. „Sie wollen reden und ich habe zugestimmt, zu reden, also werde ich mit ihnen reden“, sagte der Präsident in einem Telefoninterview mit dem US-Magazin „The Atlantic“. „Sie hätten das früher tun sollen.“

14:28 Uhr – Iran-Angriffe dauern an – Hisbollah will „offenen Krieg“ mit Israel

Nach der Eskalation im Nahen Osten zeichnet sich immer deutlicher ab, dass der Konflikt die Welt noch längere Zeit in Atem halten könnte. US-Präsident Donald Trump erklärt auf seiner Plattform Truth Social, sein Land verfüge über „praktisch unbegrenzte“ Munitionsvorräte, um damit „auf ewig“ und sehr erfolgreich Krieg zu führen. Ein ranghoher Funktionär der Hisbollah stellt einen erbitterten Kampf mit Israel in Aussicht. Nachdem man sich mehr als ein Jahr lang an eine Waffenruhe mit Israel gehalten habe, sei die Geduld nach anhaltenden israelischen Luftangriffen am Ende, sagt Mohamud Komati laut dem Medienbüro der libanesischen Schiitenmiliz. „Der zionistische Feind wollte einen offenen Krieg, den er seit dem Waffenruheabkommen nicht eingestellt hat“, sagteKomati. „Also soll es ein offener Krieg sein.“

dpa/AP/AFP/jm/rct/nw/jmr/lay/sebe/ll

Source: welt.de