Erster Rückholflug startet laut Wadephul am Mittwoch
Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat den Start der Evakuierungsflüge für besonders schutzbedürftige Personen aus Maskat (Oman) für den morgigen Mittwoch angekündigt. Weitere Flüge sollen in den kommenden Tagen folgen, man sei dafür mit Lufthansa und Condor im Gespräch, sagte Wadephul im Interview mit WELT TV.
„Morgen wird es einen ersten Flug nach Maskat in Oman geben, wo wir versuchen wollen, diese Personengruppe – vulnerabel nennen wir sie, also Alte, Kranke, Schwache, Schwangere, Kinder, wir müssen schauen, wen wir dort mitnehmen können –, mit nach Hause zu nehmen“, sagte Wadephul. Man plane „weitere Flüge dieser Art“ und hoffe, diese in den nächsten Tagen ermöglichen zu können.
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Glücklicherweise nähmen auch die kommerziellen Airlines aus den Vereinigten Arabischen Emiraten wieder Flüge auf, sagte Wadephul mit Blick auf eine Emirates-Maschine, die am Dienstag in Frankfurt am Main gelandet war. „Weitere sind zu erwarten, und daran arbeiten wir jetzt sehr intensiv konsularisch vor Ort mit unserem Personal“, so Wadephul weiter. Er sei sowohl mit den Vereinigten Arabischen Emiraten als auch mit „mit allen Reiseveranstaltern“ in engem Kontakt.
Wie viele Menschen an Bord des ersten deutschen Fluges sein werden, richte sich nach der Art der Maschine, sagte Wadephul. „Es wird eine ganz klassische Maschine der Größenordnung sein, die auch Touristen diese weitere Entfernung transportieren kann.“ Außerdem müsse man sehen, welche Personen zum Startpunkt wirklich am Flughafen sind. Das hänge auch davon ab, wer sich ein Fahrzeug besorgen und den Landweg aus den Emiraten in den Oman zurücklegen könne.
In dieser Hinsicht sei man auf die Zusammenarbeit mit den Reiseverkehrsunternehmen angewiesen. „Der eine oder die andere wird vielleicht auch individuell anreisen“, erklärte der Minister. Allen Touristen, die nicht zur vulnerablen Gruppe zählen, müsse man „noch einen entweder längeren Aufenthalt zumuten oder eben anbieten – und das geschieht jetzt ja sehr schnell –, dass sie direkt von den VAE abfliegen nach Deutschland“, so Wadephul. „Ich bin guter Dinge, dass wir in den nächsten Tagen vorankommen und die allermeisten der deutschen Touristen endlich zurückkommen können.“
Ausgeführt wird der Evakuierungsflug von der Lufthansa. Der Airline zufolge soll ein Jet vom Typ Airbus A340-300 in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag Kinder, Kranke und Schwangere nach Hause bringen. Die Maschine hat in der Konfiguration der Lufthansa 279 Passagiersitze.
Die Lufthansa kündigte zudem für ihre gesamte Gruppe an, den Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate bis einschließlich Freitag nicht zu nutzen. Das ist eine Verlängerung um zwei Tage gegenüber den bisherigen Ankündigungen. Unverändert müssen die Gesellschaften bis einschließlich Sonntag die Lufträume von Israel, Libanon, Jordanien, Irak, Katar, Kuwait, Bahrain, Dammam und Iran meiden.
Eine militärische Evakuierung schloss der Wadephul aus
Am Montag hatte Wadephul bekannt gegeben, dass die Bundesregierung Charterflugzeuge nach Saudi-Arabien und in den Oman schicken wolle, um gestrandete deutsche Reisende auszufliegen. Zuerst sollten dabei „besonders vulnerable Gruppen“ evakuiert werden.
Das Auswärtige Amt will zudem Krisenunterstützungsteams nach Maskat, Doha und Dubai schicken. Weitere Teams sollen die Lage an den Grenzübergängen erkunden, wie Wadephul bekannt gab. Eine militärische Evakuierung schloss der Minister aber erneut aus. Er verwies dabei auf die geschlossenen Lufträume.
Am Dienstagnachmittag war bereits ein erstes Flugzeug von Emirates aus Dubai in Frankfurt am Main gelandet. Die Airline äußerte sich zunächst nicht dazu, wie viele Passagiere an Bord waren. Wegen des Iran-Krieges sitzen derzeit noch Zehntausende Menschen fest, die im Nahen Osten Urlaub machen oder einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz nutzen wollten. Viele Staaten haben ihren Luftraum geschlossen, Kreuzfahrtschiffe liegen in Häfen fest.
Source: welt.de