Wie fertig ist Gastgeber USA 100 Tage vor jener WM-Eröffnung?

Blick auf ein Stadion in Seattle

Stand: 03.03.2026 • 12:48 Uhr

Die Beziehung zu Mitgastgeber Kanada ist angespannt, in Mexiko tobt Bandengewalt. Die USA inszenieren sich 100 Tage vor Anpfiff als bereit für die Fußball-WM. Doch auch hier gibt es Baustellen, die die Vorfreude trüben.

Seitdem Beamte der Grenzpolizei in der Stadt Minneapolis zwei US-Bürger erschossen haben, gilt in den USA eine Haushaltssperre für das verantwortliche Heimatschutzministerium.

Dort liegt aber auch Geld für die kommende Fußball-WM: 900 Millionen US-Dollar, mit denen die elf Gastgeberstädte ihre Sicherheitskonzepte finanzieren sollen.

„Gelder nicht zu bekommen, wäre katastrophal“

Das Geld fehle jetzt zum Beispiel in Miami, sagt der dortige Sicherheitschef, Ray Martinez: „Diese Gelder nicht zu bekommen, wäre für unsere Planung katastrophal. Wir müssen jetzt einige wirklich schwierige Entscheidungen treffen. Und das fängt mit unserem Fanfestival an.“

In Kansas City finden gleich sechs WM-Spiele statt. Top-Teams wie Argentinien, England, und die Niederlande haben hier ihr Quartier. Dazu ist ein großes Fanfestival geplant. Das alles brauche Schutz, und der brauche Geld, klagt der örtliche Polizeichef Joseph Mabin.

„Wir arbeiten aufgrund des Umfangs und der Dauer dieser WM mit Partnerorganisationen zur Unterstützung unserer Sicherheitskräfte. Und diese Partner benötigen unsere Zusicherung, dass ihnen Überstunden, Reise- und Unterkunftskosten bezahlt werden. Ohne sie würde unsere Sicherheitslage beeinträchtigt.“

In Washington geben sich Republikaner und Demokraten gegenseitig die Schuld an der Finanzlücke. Nun soll eilig ein Sonderhaushalt für die WM-Sicherheit aufgestellt werden.

Sicherheit beherrschendes Thema

Sicherheit ist 100 Tage vor der WM sowieso das beherrschende Thema. Beim Co-Gastgeber Mexiko drückt die Gewalt des organisierten Verbrechens auf die WM-Vorfreude.

Und in den USA sind es die Razzien der Einwanderungspolizei ICE. Bilder von brutalen Festnahmen und tödlicher Polizeigewalt – das könnten die USA für ihr Hochglanzfußballfest nicht brauchen, mahnt Nellie Pou. Sie ist Kongressabgeordnete für New Jersey, wo das WM-Finale stattfinden soll.

„Das Vertrauen der Menschen schwindet, wenn sie fürchten müssen, zu Unrecht inhaftiert oder ausgeschlossen zu werden. Das gefährdet die ganze WM. Ohne eine entsprechende Zusicherung wird der Ruf unserer Städte und unseres Landes großen Schaden nehmen“, sagt Pou.

Empörung über Eintrittspreise

Auch ein anderes Thema sorgt bei WM-Touristen aus aller Welt für Empörung: die saftigen Eintrittspreise. 2026 ist für Fans die bislang teuerste WM aller Zeiten, sowohl wegen der hohen Basis-Ticketpreise wie auch wegen eines Zweitmarkts, der komplett entrückt zu sein scheint.

10.000 Dollar für ein Vorrundenspiel, für das Finale sogar 120.000 Dollar – das sind legale Preise auf den Ticketplattformen der FIFA, die an jeder weiterverkauften Eintrittskarte mitverdient. Fußballfans auf der ganzen Welt sind wenig begeistert.

Wie viel WM-Stimmung bei hohen Preisen und offenen Sicherheitsfragen noch übrigbleibt, wird auch mit der Einreisepolitik der drei Gastgeberländer zu tun haben. Kanada, Mexiko und die USA haben sehr verschiedene Vorstellungen beim Thema Grenzkontrollen und Visapolitik. Auch das ist ein Thema, das 100 Tage vor der Weltmeisterschaft wenig Begeisterung aufkommen lässt.

Source: tagesschau.de