Asylanträge in dieser EU 2025 um 19 Prozent gesunken

Geflüchtete stehen im Aufnahme- und Unterbringungszentrum für Asylbewerber in der Gemeinde Kofinou auf Zypern vor Wohncontainern.

Stand: 03.03.2026 • 12:00 Uhr

Die Zahl der Asylanträge in der EU ist im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2024 um 19 Prozent zurückgegangen. Das geht aus einem Bericht der EU-Asylagentur EUAA hervor. In Deutschland gab es sogar 31 Prozent weniger Anträge.

Die Zahl der Asylanträge ist 2025 in der Europäischen Union und mehreren anderen europäischen Staaten um rund ein Fünftel zurückgegangen. Die 27 EU-Staaten sowie Norwegen, die Schweiz, Island und Liechtenstein verzeichneten im vergangenen Jahr rund 822.000 Asylanträge – 19 Prozent weniger als im Vorjahr. Das geht aus dem Jahresbericht der EU-Asylagentur (EUAA) hervor.

Grund für den Rückgang ist laut Bericht vor allem, dass nach dem Sturz von Langzeitherrscher Baschar al-Assad Ende 2024 deutlich weniger Menschen aus Syrien (minus 72 Prozent) Asylanträge stellten. Auch die Zahl der Anträge aus der Türkei (minus 40 Prozent) und Bangladesch (minus 15 Prozent) ging zurück.

Dafür stieg dem Bericht zufolge die Zahl der Anträge auf internationalen Schutz von Menschen aus Afghanistan (117.000) sowie Venezuela (91.000).

Deutschland mit den meisten Anträgen

In Deutschland wurden 2025 mit 163.000 weiterhin die meisten Asylanträge in der EU und ihren Partnerstaaten gestellt – allerdings ein Drittel weniger als 2024. In Frankreich (152.000) blieb die Zahl stabil. Spanien (143.000) verzeichnete einen Rückgang um 15 Prozent, Italien (134.000) und Griechenland (62.000) jeweils um 16 Prozent.

Die nun veröffentlichten Zahlen unterscheiden sich nur geringfügig von offiziellen Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), das 2025 rund 168.000 Anträge zählte, davon etwa 113.000 Erstanträge. Der Bericht der EU-Asylagentur berücksichtigt ebenfalls Erst- und Folgeanträge – schlüsselt sie allerdings nicht einzeln auf.

Bekämpfung von Schlepperei als Grund

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner erklärte: „Der deutliche Rückgang der Asylanträge in der EU im vergangenen Jahr zeigt: Unsere europäische Migrationswende wirkt bereits.“ Ein zentraler Faktor sei das konsequente Engagement in Ländern entlang der Migrationsrouten.

„Dieses Engagement wird uns auch bei neuen Fluchtbewegungen helfen, früher und besser reagieren zu können.“ Die EU-Kommission investiere gezielt in die Stabilisierung der Lage in Syrien und in die Bekämpfung von Schlepperei.

EU ruft zu Umsetzung von GEAS-Reform auf

Brunner rief dazu auf, die Umsetzung des europäischen Asylsystems zu vollenden und die neuen Möglichkeiten zu nutzen. „Denn damit schützen wir unser Asylsystem vor weiterem Missbrauch und können auch künftig sicherstellen, dass diejenigen, die unseren Schutz brauchen, ihn auch bekommen“, sagte er.

Das Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) soll die Einreise von Flüchtlingen besser ordnen und deren Verteilung zwischen den EU-Staaten fairer gestalten. Die EU-Mitgliedstaaten müssen die GEAS-Reform bis Mitte 2026 umsetzen.

Source: tagesschau.de