Straße von Hormus: Iran droht mit Angriffen hinaus Schiffe
Die Straße von Hormus ist eine wichtige Schifffahrtsroute vor der iranischen Küste. Bereits jetzt stecken zahlreiche Containerschiffe dort fest. Neue Drohungen von Iran sorgen nun für zusätzliche Unsicherheit.
Wie geht es weiter in der Straße von Hormus? Wegen des Iran-Kriegs hängen viele Schiffe in der Meerenge fest, Iran droht mit Angriffen auf die wichtige Schifffahrtsroute. Ein General der iranischen Revolutionsgarden sagte, „jedes Schiff“, das die Straße von Hormus passiere wolle, werde „verbrennen“. Das erklärte General Sardar Dschabbari auf Telegram.
Die iranischen Revolutionsgarden hatten am Samstag nach dem Beginn der US-israelischen Angriffe auf Iran die Sperrung der Meerenge verkündet. Dschabbari drohte, dies werde sich auch auf den Ölpreis auswirken. Dieser werde in den kommenden Tagen 200 Dollar erreichen.
Die Straße von Hormus ist das Nadelöhr des internationalen Ölhandels. Etwa 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls werden durch die an ihrer engsten Stelle nur 33 Kilometer breite Wasserstraße transportiert. Die Furcht vor einem längeren Ausfall der Lieferungen ließ die Ölpreise am Montag in die Höhe schnellen. Rohöl der Sorte Brent verteuerte sich deutlich.
Viele Schiffe stecken fest
Der Schiffsverkehr in der für die Weltwirtschaft zentralen Region war bereits weitgehend zum Erliegen gekommen. Jeremy Nixon, Chef der Reederei Ocean Network Express (ONE), sprach von rund 100 blockierten Containerschiffen. „Etwa zehn Prozent der weltweiten Containerflotte stecken hier fest“, sagte Nixon auf einer Branchenkonferenz im kalifornischen Long Beach. Versicherer haben die Deckung für Fahrten durch die Meerenge inzwischen eingestellt.
Für Unsicherheit sorgte auch ein Bericht in iranischen Medien. Sie hatte von einem brennenden Tanker in der Meerenge berichtet. Die unter der Flagge von Honduras fahrende „Athe Nova“ stehe nach einem Drohnenangriff in Flammen, hieß es unter Berufung auf die Revolutionsgarden. Den Berichten zufolge warfen die Garden der Besatzung vor, im „Einklang mit Amerika“ zu handeln und Treibstoff für US-Kriegsschiffe zu liefern.
Wirtschaftsweise Grimm warnt vor „Energieschock“
Wegen des Kriegs in Iran droht Deutschland laut der Wirtschaftsweisen Veronika Grimm ein neuer „Energieschock“. Dieser würde eine Wirtschaft belasten, die sich noch immer von den vergangenen Preissprüngen erholt, sagte Grimm dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Grimm sprach sich für diversifizierte Lieferketten, gut gefüllte Speicher, koordinierte europäische Beschaffung und einen beschleunigten Ausbau der eigenen Energieversorgung aus. „Wir müssen uns auf eine längere Phase erhöhter Unsicherheit einstellen“, warnte die Wirtschaftsweise.
Bereits jetzt gibt es konkrete Folgen. So sind die Kraftstoffpreise bundesweit zuletzt spürbar gestiegen. In Hannover lag der Liter Super zeitweise bei rund 1,95 Euro, Diesel näherte sich 1,85 Euro. Auch andernorts kletterten die Preise weiter nach oben, vereinzelt rückt die Zwei-Euro-Marke in greifbare Nähe.
Source: tagesschau.de