Folgen des Irankriegs: Teures Öl

Steigt der Ölpreis jetzt noch weiter? Die Investoren an den Ölmärkten haben sich in den vergangenen Jahren angewöhnt, bei Spannungen im Nahen Osten für ihr Geschäft eher ruhig Blut zu bewahren. Insbesondere über eine längere Sperrung der Straße von Hormus, die für Öltanker wichtig ist, wurde so oft spekuliert, dass viele Analysten immer gleich abwinken.

Allerdings: Gut möglich, dass dieser Reflex diesmal dazu führt, dass die Risiken an den Märkten noch unterschätzt werden. Immerhin ist der Verkehr auf dieser Wasserstraße jetzt zunächst einmal beeinträchtigt. Zudem ist Iran selbst als Ölförderer eine andere Hausnummer als beispielsweise Venezuela zuletzt.

Cui bono?

Für Spekulationen wird gern die Frage „cui bono“ gestellt, wer hätte etwas davon? Nun lässt sich einerseits sagen, Donald Trump dürfte kein großes Interesse haben, dass der Ölpreis ins Unermessliche steigt und seine Wähler immer mehr für Benzin berappen müssen. Andererseits hat ihn diese Überlegung nicht davon abgehalten, das Ölland Iran anzugreifen.

Wenn es ihm geopolitisch oder auch wirtschaftsstrategisch geboten erscheint, macht er so was offenbar, ohne sich um die kurzfristige Ölpreisentwicklung zu scheren.

Das spricht dafür, dass die Nachrichten in nächster Zeit dem Ölpreis noch einiges Auf und Ab bringen werden. Es gibt allerdings ein starkes Argument gegen neue Ölpreisrekorde: Das Angebot an Öl in aller Welt hatte zuletzt die Nachfrage deutlich überstiegen.

Source: faz.net