Reaktion dieser Finanzmärkte: Dax verliert 2,5 Prozent, Gold und Rüstungs-Aktien gefragt

Der Dax hat am Montagmorgen nach dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten rund 600 Punkte und damit etwa 2,5 Prozent auf knapp 24.700 Punkte verloren. Etwas größer fiel das Minus mit knapp drei Prozent im M-Dax aus. Hier verlor die Lufthansa-Aktie teils zehn Prozent an Wert. Die Fluggesellschaft ist gleich mehrfach vom Kriegsausbruch im Nahen Osten betroffen. Die Sperrung des wichtigen Flugdrehkreuzes in Dubai lässt etliche Lufthansa-Flüge ausfallen. Zudem steigt der Ölpreis deutlich und verteuert damit auch das Flugbenzin. Ein möglicher Dax-Aufstieg der Aktie, über den die Deutsche Börse am Mittwoch entscheidet, ist vom jüngsten Kursrutsch unbeeinflusst. Datenschluss für die Entscheidung war Freitagabend.

Andere deutsche Aktien zeigen sich zur Dax-Eröffnung indes im Plus. So gewinnen die Rüstungsaktien kräftig an Wert. Der Rheinmetall-Aktienkurs stieg um fünf Prozent auf knapp 1800 Euro. Ansonsten überwogen die Verlierer. Die Tourismus-Aktie TUI verlor sechs Prozent an Wert. Siemens büßte als größter Dax-Verlierer gut vier Prozent ein.

Energieaktien sind gefragt

Eine Marktpanik war indes nicht zu verspüren. In Tokio hatte sich der Nikkei moderate 1,4 Prozent im Minus gezeigt. Autohersteller und Fluggesellschaften verloren, Energiekonzerne wie der Öl- und Gasförderer Inpex stiegen um sieben ‌Prozent im Kurs. Auch in Frankfurt blieben die Kurse von RWE und Eon gegen den negativen Trend stabil. In Festlandchina zeigten sich die Kurse sogar überwiegend im Plus.

Vor einer wichtigen Parlamentssitzung im Laufe der Woche hieß es, die Zentralregierung in Peking könne die Märkte stützen. Kursgewinne gab es für Energiekonzerne wie Cnooc und ⁠Petrochina sowie bei Rüstungsunternehmen, Verluste für Fluggesellschaften wie Air China.

Insbesondere Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um acht Prozent auf 79 Dollar je Fass zu 159 Litern. Die US-Leichtölsorte WTI sprang zunächst auch mehr als zehn Prozent im Preis hoch, gab dann jedoch wieder sechs Prozent nach. Der Dollar zeigte sich leicht im Plus, Gold verteuerte sich moderat um 1,7 Prozent auf 5388 Dollar je Unze zu 31,1 Gramm.

Die entscheidende Frage für die Märkte ist, wie lange der Konflikt dauern könnte und mithin die Ölmärkte durch die Sperrung der Straße von Hormus beeinträchtigt werden könnten. Auch das Luftdrehkreuz in Dubai ist für die Weltwirtschaft sehr wichtig, nicht nur für Touristen, auch für den Warenflugverkehr. Positiv wurde an den Aktienmärkten angemerkt, dass sich Russland und China bislang ruhig verhalten. Iran scheint daher weitgehend isoliert. Bleibt dies so, taxieren die Fachleute des Bankhauses Metzler das Dax-Abwärtspotential auf fünf bis sieben Prozent.

Source: faz.net