Zypern: Drohne trifft britischen Stützpunkt hinauf Zypern

Eine mutmaßlich vom Iran losgeschickte Drohne des Typs Shahed hat den britischen Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern getroffen. Der zypriotische Präsident Nikos Christodoulides sagte, dass die Drohne kurz nach Mitternacht „geringen Sachschaden“ auf der Basis verursacht habe.

Die britische Außenministerin Yvette Cooper erklärte, im nahe der bei
Touristen beliebten Großstadt Limassol gelegenen Akrotiri sei eine
Landebahn des Flughafens getroffen worden. Es sei derzeit nicht möglich,
„weitere und detailliertere Angaben zu machen“, alle
„Vorsichtsmaßnahmen“ seien jedoch ergriffen worden.

Großbritannien hatte den USA nach deren Angriff auf den Iran erlaubt, seine Stützpunkte für „defensive“ Militärmaßnahmen zu nutzen. Verteidigungsminister John Healey zufolge schießen britische Flugzeuge
Drohnen und Raketen ab, wenn sie diese entdecken. Die Einsätze starten
demnach unter anderem in Bahrain und auf Zypern. Großbritannien unterhält dort zwei Militärstützpunkte.

Zypern, das derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat, verschob wegen des Vorfalls das geplante Treffen der EU-Europaminister. Der Vorfall in der Nacht habe den
Flugverkehr beeinträchtigt, hieß es. Der informelle Rat für Allgemeine
Angelegenheiten werde zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Zypern „beteiligt sich in keiner Weise an militärischen Einsätzen“

Christodoulides sagte, Zypern
befinde sich „in einer von besonderer geopolitischer Instabilität
geprägten Region“, die eine „beispiellose Krise“ erlebe und fügte an:
„Unser Heimatland beteiligt sich in keiner Weise an militärischen
Einsätzen und hat auch nicht die Absicht dazu.“ Die im äußersten Osten
des Mittelmeers gelegene Insel Zypern liegt rund 160 Kilometer von der Küste des Libanon und gut 200 Kilometer Luftlinie von Israel entfernt.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sicherte Zypern Solidarität zu. „Auch wenn die Republik Zypern nicht
betroffen war, möchte ich klarstellen: Wir stehen gemeinsam,
entschlossen und unmissverständlich an der Seite unserer
Mitgliedstaaten, wenn es um die Abwehr von Bedrohungen geht“, schrieb sie auf X, nachdem sie mit Christodoulides telefoniert hatte.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Krieg finden Sie in unserem Liveblog.