Hisbollah greift Israel an: Konflikt weitet sich gen den Libanon aus

Raketeneinschlag im Süden Libanons

Stand: 02.03.2026 • 07:59 Uhr

Die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon hat Israel mit Raketen angegriffen – das erste Mal seit Beginn einer Waffenruhe 2024. Israel reagierte mit Luftangriffen. Im Libanon gibt es mehr als 30 Tote und zahlreiche Verletzte.

Der Konflikt im Nahen Osten weitet sich aus. Die libanesische Hisbollah-Miliz beschoss in der Nacht Israel mit Raketen. Es ist das erste Mal seit Beginn einer Waffenruhe im November 2024, dass die vom Iran unterstützte Schiiten-Miliz Israel mit Raketen angreift. Die Hisbollah begründete dies mit der Tötung des geistlichen Führers des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, bei einem israelischen Luftangriff am Samstag in Teheran.

Israel reagiert mit Gegenangriffen

Israels Armee fing nach eigenen Angaben ein Geschoss ab, andere seien in offenem Gelände niedergegangen. Die Hisbollah trage „die volle Verantwortung für jede Eskalation“, erklärte der israelische Generalstabschef Ejal Zamir in der Nacht.

Als Reaktion auf den Raketenbeschuss durch die Hisbollah griff die israelische Armee Ziele im Libanon an. Unter anderem wurden Häuser in der Hauptstadt Beirut getroffen. Dabei seien ranghohe Mitglieder der Miliz getroffen worden, ein weiterer im Süden, hieß es von der Armee.

Eine weitere Angriffswelle startete das Militär am frühen Morgen. Ziele seien unter anderem Waffenlager sowie weitere Infrastruktur der Schiiten-Miliz im Libanon gewesen.

Tote und Verletzte im Libanon

Nach libanesischen Angaben wurden bei den israelischen Angriffen mindestens 31 Menschen getötet. Weitere 149 seien verletzt worden. Die meisten Toten habe es im Süden des Landes gegeben.

Israel hatte die Bevölkerung zur Evakuierung von fast 50 Städten und Dörfern im Libanon aufgerufen. Zivilisten im Osten und Süden des Landes sollten ihre Häuser verlassen und sich mindestens einen Kilometer von den Dörfern entfernt in offene Gebiete bewegen. Auf Bildern von Nachrichtenagenturen aus der Nacht sind lange Autoschlangen zu sehen, die Beirut verlassen.

Waffenstillstand seit 2024 in Kraft

Seit 2024 galt ein Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah. Nach den jüngsten amerikanisch-israelischen Angriffen auf Iran hatte die Miliz den Verbündeten in Teheran ihre Solidarität zugesagt. Die Hisbollah ist zwar stark geschwächt, soll jedoch noch über große militärische Fähigkeiten verfügen.

Noch am Samstag hatte die libanesische Regierung mitgeteilt, der US-Botschafter habe versichert, Israel werde nicht gegen den Libanon eskalieren, solange es keine feindseligen Handlungen von libanesischer Seite gebe.

Milizenangriff auch im Irak

Eine weitere mit dem Iran verbündete Miliz griff nach eigenen Angaben einen Stützpunkt der US-Truppen in der irakischen Hauptstadt Bagdad an. Die Gruppe „Saraja Aulija al-Dam“ teilte mit, sie habe heute am frühen Morgen den US-Stützpunkt nahe dem Flughafen mit einer Drohne attackiert. Auch sie sprach von „Vergeltung“ für Chameneis Tod und „Unterstützung“ für den Iran. Eine Bestätigung von offizieller irakischer Seite oder vom US-Militär gab es zunächst nicht.

Source: tagesschau.de