Trump-Ansprache: „Dieses terroristische Regime darf nie eine Atomwaffe besitzen“


Trump-Ansprache: US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump hat in einem auf seiner Plattform Truth Social verbreiteten achtminütigen Video bestätigt, dass die US-Streitkräfte einen großangelegten Kampfeinsatz im Iran begonnen haben. Ziel der Angriffe sei, „das amerikanische ​Volk dadurch zu schützen, dass ‌die ⁠unmittelbare Bedrohung ​durch das iranische Regime eliminiert wird“, sagte Trump. Der mit Israel koordinierte Angriff auf den Iran startete in der Nacht auf Samstag.

Trump sprach von einer „nicht enden wollenden Kampagne des Blutvergießens und Massenmordes“ des iranischen Regimes gegen die USA und weitere Länder. Er verwies unter anderem auf die Besetzung der US-Botschaft in Teheran 1979 und „zahllose“ Anschläge durch „Stellvertreter des Regimes“, bei denen im Nahen Osten stationierte US-amerikanische Soldaten getötet wurden.

Der Iran habe Terrormilizen bewaffnet, ausgebildet und finanziert und sei Trump zufolge der weltweit größte Förderer von Terror. Kürzlich habe die iranische Führung zudem Zehntausende ihrer Bürger getötet, die protestiert hatten. Dieses „terroristische Regime“ dürfe niemals Atomwaffen besitzen. Die USA hätten den Iran nach den Angriffen im vergangenen Jahr gewarnt, ihre Bestrebungen nach Atomwaffen nicht wieder aufzunehmen, und wiederholt versucht, eine Einigung zu erzielen. Der Iran habe dies abgelehnt, „so wie er es seit Jahrzehnten tut“ und versuche stattdessen, sein Atomprogramm wieder aufzubauen. Außerdem entwickle der Iran Langstreckenraketen, welche die USA und ⁠andere Länder bedrohten.

Das könnten die USA nicht länger hinnehmen, sagte der US-Präsident. Das US-Militär führe deshalb eine „fortlaufende und massive“ Operation durch und werde die iranischen Raketen sowie die Raketenindustrie zerstören. Auch die Marine solle „ausgelöscht“ werden. Die ​USA stellten sicher, dass der Iran ​keine Atombombe erhalte. „Dieses Regime wird bald lernen, dass niemand die Stärke und Macht der Streitkräfte der Vereinigten Staaten herausfordern sollte“, sagte Trump.

Auch wenn die Regierung versuche, das Risiko für US-Soldaten in der Region zu minimieren, „könnte das Leben mutiger amerikanischer Helden auf dem Spiel stehen“.

Die Mitglieder der Islamischen Revolutionsgarde, die iranischen Streitkräfte und die Polizei forderte Trump dazu auf, die Waffen niederzulegen. Er stellte in diesem Falle vollständige Immunität in Aussicht. Andernfalls würden sie „den sicheren Tod riskieren“. Der iranischen Bevölkerung versprach Trump die Chance auf „Freiheit“. Die Bürgerinnen und Bürger sollten in Sicherheit bleiben und ihre Häuser nicht verlassen. Überall würden Bomben fallen. „Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung“, sagte der US-Präsident. „Das wird wahrscheinlich eure einzige Chance für Generationen sein.“

Militärische Eskalation im Iran

Am Samstagvormittag hatte Israels Verteidigungsminister Israel Katz mitgeteilt, dass sein Land einen Präventivschlag gegen den Iran gestartet habe. Ziel sei es, Bedrohungen für Israel zu beseitigen. Die USA beteiligten sich mit Angriffen aus der Luft und vom Meer aus. Das iranische Militär startete nach israelischen Angaben am Vormittag einen Gegenangriff.

Israel und der Iran befinden sich in einem Dauerkonflikt. Bereits im vergangenen Jahr hatten Israel und die USA einen gemeinsamen Krieg gegen den Iran geführt. Israel hatte den Iran angegriffen, die USA schlossen sich den Luftangriffen an und bombardierten zentrale Atomanlagen. Irans Luftstreitkräfte reagierten mit Gegenangriffen auf Israel.

Atomverhandlungen bislang ohne Ergebnis

Bereits seit Wochen hatte Trump immer wieder mit einem US-Militärangriff auf den Iran gedroht. Die USA hatten ihre Militärpräsenz im Mittleren Osten verstärkt. Zuletzt hatte er der iranischen Führung eine Frist bis Anfang März gesetzt: Wenn es bis dorthin kein Abkommen zum iranischen Atom- und Raketenprogramm gebe, würden die USA „einen Schritt weiter gehen müssen“. In den letzten Wochen hatten die USA und der Iran unter Vermittlung des Oman Gespräche in Genf geführt, die Verhandlungen blieben bislang ohne Ergebnis.

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