„Rückgänge im zweistelligen Prozentbereich“ – Weniger Deutsche wollen in die USA
Aus Angst vor verschärften Einreiseformalitäten entscheiden sich immer mehr Deutsche vorerst gegen einen Flug in die USA. Die Reisewirtschaft berichtet von einem deutlichen Rückgang der Vorausbuchungen.
Die politische Entwicklung der USA unter Präsident Donald Trump wird zunehmend zu einem Problem für die Tourismusindustrie im Land und außerhalb. Denn immer weniger Menschen wollen in die Vereinigten Staaten reisen.
Nach den in einigen Fällen tödlich geendeten Übergriffen der US-Einwanderungsbehörde ICE und Plänen der Trump-Administration zu einer erheblichen Verschärfung der Einreisebedingungen verzeichnet die deutsche Reisewirtschaft einen deutlichen Einbruch der Nachfrage nach Reisen in das Land. „Aktuell sehen wir bei den Vorausbuchungen für USA-Reisen Rückgänge im zweistelligen Prozentbereich“, sagt Albin Loidl, Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV) zu WELT AM SONNTAG.
Laut Aussage des DRV-Präsidenten sei eine Verunsicherung darüber zu beobachten, wie sich die Einreisebedingungen in die USA entwickeln könnten. Nach den Plänen Trumps sollen Touristen bei der Einreise zukünftig persönliche Daten und Telefonnummern von Familienangehörigen angeben, Einblicke in Social Media-Aktivitäten der letzten fünf Jahre und Chatverläufe gewähren und überdies biometrische Daten und eine DNA-Probe abgeben müssen.
Nach den tödlich geendeten ICE-Einsätzen hatte das Auswärtige Amt zudem seine Sicherheitshinweise für die USA aktualisiert und vor gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Sicherheitsbehörden gewarnt.
Zur Sorge über ICE und die – noch nicht umgesetzten – Maßnahmen bei der Einreise kommen laut Loidl Bedenken wegen der Inflation im Land: „Die momentane Nachfrageschwäche hat nicht nur mit der politischen und gesellschaftlichen Situation in den USA zu tun, sondern auch mit der Frage: Kann ich mir einen Urlaub dort überhaupt noch leisten?“
Dieser Artikel wurde für das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und „Business Insider Deutschland“ geschrieben.
Steffen Fründt ist Wirtschaftskorrespondent der WELT-Gruppe und berichtet über Luftfahrtbranche, Tourismus sowie Fahrrad- und Sportindustrie.
Source: welt.de