Deutschland erhoben die Krisenstufe pro Israel
Angesichts der wachsenden Spannungen zwischen den USA und Iran verschärft das Auswärtige Amt seinen Reisehinweis für Israel. Kinder von Mitarbeitern der Botschaft in Tel Aviv sollen nach ARD-Informationen ausreisen.
Der Krisenstab im Auswärtigen Amt für den Bereich der Botschaft Tel Aviv hat die Krisenstufe angehoben. Das erfuhr das ARD-Studio Tel Aviv von mehreren Mitarbeitern deutscher Organisationen. Die nun geltende Stufe sieht vor, dass Kinder von Botschaftsmitarbeitern ausreisen sollen. Eine Ausreise von weiteren Familienangehörigen und die Ausdünnung des Personals der Botschaft ist damit allerdings noch nicht verbunden.
Aus dem Auswärtigen Amt gab es zunächst keine Bestätigung der Maßnahme. Die Deutsche Botschaft Tel Aviv bleibe voll arbeitsfähig, hieß es auf Anfrage.
Länder verschärfen Sicherheitsmaßnahmen
Angesichts der angespannten Lage im Nahen Osten hatten mehrere Länder in der Region ihre Sicherheitsmaßnahmen zuletzt verschärft. Die USA stellten Mitarbeitern in der Botschaft in Jerusalem die Ausreise frei. Australien ordnete die Ausreise von Angehörigen von Diplomaten in Israel an. Das französische Außenministerium erneuerte seine Reisewarnung für Israel, Jerusalem und das Westjordanland.
Einen verschärften Reise- und Sicherheitshinweis verbreitete am Abend auch das Auswärtige Amt. Demnach wird von Reisen nach Israel sowie nach Ostjerusalem dringend abgeraten.
Erhöhte Militärpräsenz in der Region
US-Präsident Donald Trump zeigte sich erneut offen für ein Abkommen mit Iran. Er sei nicht glücklich mit Iran, wolle aber einen Deal, sagte er vor Journalisten im Weißen Haus. Teheran dürfe jedoch keine Atomwaffe haben. Er wolle keine militärische Gewalt anwenden, „aber manchmal muss man das“, erklärte er.
Zuvor hatten Vertreter der USA und Irans Gespräche über das iranische Atomprogramm in Genf ohne Abkommen beendet. Der vermittelnde omanische Außenminister Badr al-Bussaidi teilte aber mit, dass es „erhebliche Fortschritte“ gegeben habe und für kommende Woche in Wien, dem Sitz der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, technische Gespräche auf niedrigerer Ebene geplant seien.
Eskalation könnte auch Israel treffen
US-Präsident Trump hatte vergangenen Donnerstag eine Frist von 10 bis 15 Tagen für eine Einigung genannt. Sollte keine Lösung erzielt werden, würden „schlimme Dinge“ passieren, so Trump. Die USA hatten ihre militärische Präsenz im Nahen Osten zuletzt bereits verstärkt, während Teheran für den Fall eines Angriffs mit Vergeltungsschlägen gegen US-Stützpunkte droht.
Eine Eskalation könnte auch Israel in den Konflikt hineinziehen. Das Land hatte im Juni eine zwölftägige Luftoffensive gegen Iran geführt, an der sich schließlich auch Washington beteiligte.
Mit Informationen von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Tel Aviv
Source: tagesschau.de