Zahlen zum Arbeitsmarkt: Jetzt möglich sein die Babyboomer wirklich in Rente

Am Arbeitsmarkt bewegt sich derzeit kaum etwas. Dies zeigt auch der Februar. Die neuen Zahlen, welche die Chefin der Bundesarbeitsagentur, Andrea Nahles, am Freitag in Nürnberg vorstellte, hatten kaum Neuigkeitswert. Die Arbeitslosigkeit sank im vergangenen Monat im Vergleich zum Januar um 15.000 Menschen. Ein solcher Rückgang ist für den Februar üblich und ein jahreszeitliches Muster. Rechnet man dies heraus, bleibt ein Plus von nur 1000 Personen. Mit anderen Worten: Nichts hat sich verändert.
Ein Vergleich mit dem Vorjahr zeigt aber dennoch einen merklichen Anstieg: Demnach waren nun 81.000 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als noch im Februar 2025 – eine Zunahme um drei Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit 6,5 Prozent. Im Vergleich der Bundesländer zeigen sich deutliche Unterschiede. In Bremen ist der Anteil von Arbeitslosen mit 11,6 Prozent am größten, gefolgt von Berlin. Dort waren 10,6 Prozent der Erwerbspersonen arbeitslos gemeldet. Die niedrigsten Quoten finden sich immer noch in Süddeutschland. In Baden-Württemberg und Bayern fällt die Arbeitslosigkeit mit gegenwärtig 4,8 beziehungsweise 4,4 Prozent am geringsten aus.
Demographie schlägt sich in den Zahlen nieder
Aufschlussreich ist der Blick auf die Zahlen zur Erwerbstätigkeit. Ohne die saisonalen Muster waren hierzulande im Januar gegenüber dem Vormonat 13.000 Menschen weniger erwerbstätig. Im Dezember war die Zahl um 7000 Personen gesunken, im November um 8000. Im größeren Bild wird die Entwicklung noch deutlicher. Die Erwerbstätigkeit sank im Januar im Vergleich zu 2025 um 94.000 Menschen auf 45,66 Millionen. Auch bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung (gewöhnliche Angestellte) sind die Zahlen rückläufig. 34,98 Millionen Menschen waren im Dezember so beschäftigt, das sind immerhin 40.000 Personen weniger also noch ein Jahr zuvor.
Im Klartext bedeutet dies eine Trendumkehr. Betrachtet man die Zahlen im Zeitverlauf, zeigt sich, dass Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in den vergangenen Jahren immer noch stetig gestiegen waren, wenn auch nur gering. Der Zenit ist nun aber offenbar überschritten. Laut Nahles schlägt sich die Demographie nun konkret in den Zahlen nieder, die Beschäftigung von Menschen mit deutschem Pass geht zurück: „Das liegt ganz simpel daran, dass die Babyboomer jetzt wirklich in Rente gehen“. Lange sei darüber diskutiert wurden, nun zeige sich das zunehmend handfest in den Statistiken.
Mehr Beschäftigte in Verwaltung, Gesundheitswesen und Pflege
Im Dezember waren gut 260.000 Deutsche weniger sozialversicherungspflichtig beschäftigt als im Vorjahresmonat. In diesem Zeitraum stieg aber die Beschäftigung von Menschen mit ausländischem Pass um 225.000. Insbesondere geflüchtete Ukrainer sind nun stärker im deutschen Arbeitsmarkt integriert. Insgesamt hatten zum Jahresende 74.000 Ukrainer mehr eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung als noch im Jahr zuvor. Auch befinden sind deutlich mehr Menschen aus den „Asylherkunftsländern“ in geregelten Jobs.
Damit setzen sich im Wesentlichen jene Trends fort, die sich schon seit Monaten abzeichnen. Nahles verwies anlässlich der Pressekonferenz auf einen ganzen Strauß davon: Besagter Rückgang durch Demographie, Anstieg der Beschäftigung von Ausländern, schrumpfende Vollzeitbeschäftigung und eine steigende von Menschen in Teilzeit. Im Branchenvergleich ging die Beschäftigung am deutlichsten im verarbeitenden Gewerbe zurück. Dort wurden 180.000 Arbeitnehmer weniger gezählt als im Jahr zuvor. Währenddessen steigen die Beschäftigtenzahlen in der Verwaltung, dem Gesundheitswesen und der Pflege. Kompensieren können diese Zuwächse den Rückgang aber nicht. Nahles schloss wie zuletzt üblich: „Für eine spürbare Verbesserung braucht es – das ist jetzt nicht überraschend – einen nachhaltigen wirtschaftlichen Aufschwung.“