USA stellen Botschaftspersonal die Ausreise aus Israel ungezwungen
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran spitzt sich offenbar weiter zu: Nun gibt die US-Botschaft in Israel Mitarbeitern die Option, das Land zu verlassen. Einige deuten das als Vorboten eines möglichen US-Angriffs auf den Iran.
Angesichts der Spannungen mit dem Iran stellen die USA Teilen ihres Botschaftspersonals die Ausreise aus Israel frei. Die Vertretung in Jerusalem erlaubte die Abreise von Mitarbeitern, die nicht für den Notbetrieb benötigt werden, sowie von Familienangehörigen. Der Schritt bleibt hinter der für den Libanon angeordneten Evakuierung zurück.
Berichten der New York Times und der Nachrichtenagentur AP zufolge drängte US-Botschafter Mike Huckabee in einer E-Mail an die Belegschaft zur Eile: Wer ausreisen wolle, „sollte dies heute tun“. Es gebe „keinen Grund zur Panik“, doch sollten Vorbereitungen für eine baldige Abreise getroffen werden. Eine Stellungnahme dazu lehnte die Botschaft ab.
Weitere Gespräche in Wien erwartet
Zuvor hatten Vertreter der USA und des Iran Gespräche über das iranische Atomprogramm in Genf ohne Abkommen beendet. Der vermittelnde omanische Außenminister Badr al-Bussaidi teilte aber mit, dass es „erhebliche Fortschritte“ gegeben habe und für kommende Woche in Wien, dem Sitz der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, technische Gespräche auf niedrigerer Ebene geplant seien. Vertreter des Iran und der USA haben keine Angaben zu den nächsten Schritten gemacht.
US-Präsident Donald Trump hatte vergangenen Donnerstag eine Frist von 10 bis 15 Tagen für eine Einigung genannt. Sollte keine Lösung erzielt werden, würden „schlimme Dinge“ passieren, so Trump. Diese Frist rückt nun näher.
US-Flugzeugträger in der Region
Die USA hatten ihre militärische Präsenz im Nahen Osten zuletzt bereits verstärkt, während Teheran für den Fall eines Angriffs mit Vergeltungsschlägen gegen US-Stützpunkte droht.
Eine Eskalation könnte auch Israel in den Konflikt hineinziehen. Das Land hatte im Juni eine zwölftägige Luftoffensive gegen den Iran geführt, an der sich schließlich auch Washington beteiligte. Der mögliche Abzug von US-Botschaftspersonal aus Jerusalem kann daher als Vorbote eines drohenden Angriffs verstanden werden.
Der Flugzeugträger „USS Gerald Ford“ hat gestern die Küste Kretas verlassen und ist offenbar auf dem Weg Richtung Israel.
Auch andere Länder reagieren
Die niederländische Fluggesellschaft KLM hatte bereits zuvor angekündigt, Flüge vom internationalen Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv auszusetzen. Auch Botschaften anderer Länder haben beschlossen, ihren Mitarbeitenden die Ausreise aus Israel und Nachbarländern zu genehmigen.
Australien ordnete am Mittwoch die Ausreise von Angehörigen australischer Diplomaten in Israel an und verwies auf „die sich verschlechternde Sicherheitslage im Nahen Osten“. Indien und mehrere europäische Länder mit diplomatischen Vertretungen im Iran rieten ihren Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern, nicht in das Land zu reisen. Großbritannien zog sein Personal aus dem Iran vorübergehend ab. Grund sei die Sicherheitslage, teilt die britische Regierung mit.
Die chinesische Botschaft in Israel rief ihre Staatsbürger dort zu „höchster Wachsamkeit“ auf, wie Staatsmedien berichteten. Seinen Staatsbürgern im Iran riet China, das Land zu verlassen. Offizieller Grund für die Warnungen sind demnach die „zunehmenden Sicherheitsrisiken im Nahen Osten“.
Source: tagesschau.de