Warum eine Schneeballschlacht in New York zum Politikum wird

Im Washington Square Park in New York City findet eine Schneeballschlacht statt.

Stand: 27.02.2026 • 13:33 Uhr

Für New Yorks Bürgermeister wird es oft schwierig, wenn sie den Rückhalt ihrer Polizeibehörde verlieren. Bringt nun eine Schneeballschlacht Zohran Mamdani in die Bredouille?

Eigentlich hatte der neue Bürgermeister von New York alles im Griff. In den ersten beiden Monaten seiner Amtszeit konnte Zohran Mamdani schon zwei mal seine Fähigkeiten als Krisenmanager unter Beweis stellen.

Heftige Schneefälle, sogar ein Blizzard, hatten New York City nahezu lahmgelegt. Soweit kein Problem für „Team Mamdani“. Doch ausgerechnet eine Schneeballschlacht bringt ihn jetzt in Bedrängnis.

Menge bewarf Polizisten mit Schneebällen

Nach dem Schneesturm am Montag veranstalteten Jugendliche und junge Erwachsene im beliebten Washington Square Park eine Massen-Schneeballschlacht. Was fröhlich begann, soll sich in „aggressives Verhalten“ verwandelt haben.

Beobachter riefen die New Yorker Polizei. Vor Ort wurden die Beamten dann von der Menge mit Schneebällen beworfen. In sozialen Medien kursieren zahlreiche Videos vom „snowball fight“ mit der Polizei.

Als der Bürgermeister bei einer Pressekonferenz auf die Szenen angesprochen wurde, antwortete er: „Die Beamten standen an vorderster Front, um unserer Stadt bei der Bewältigung dieses Schneesturms zu helfen. Sie und alle Mitarbeiter unserer Stadtverwaltung verdienen es, mit Respekt behandelt zu werden. Der einzige, der mit einem Schneeball beworfen werden sollte, bin ich.“

Empörung bei der Polizei über Mamdani

Der linke Demokrat Mamdani gilt als Gegenteil eines Law-and-Order-Politikers. Einige werfen ihm vor, bei der Bekämpfung von Kriminalität zu lasch zu sein. Jahre vor seiner Wahl zum Bürgermeister hatte er sich kritisch über die Polizei geäußert.

Eine Journalistin wollte deshalb wissen, ob die Schneeball-Werfer strafrechtlich verfolgt werden sollten. Für ihn habe es wie eine Schneeballschlacht ausgesehen, antwortete Mamdani und ging nicht klar auf die Frage ein. Bei seinen Kritikern löste das Empörung aus, auch bei der Polizei selbst.

Verhaftung trotz Mamdanis Empfehlung

Zwei ihrer Beamten sollen verletzt worden sein. In den Schneebällen, mit denen sie beworfen wurden, seien teilweise Eisbrocken oder Steine gewesen. Für den Präsidenten der größten New Yorker Polizeigewerkschaft, Patrick Hendry, war das kein spielerischer Scherz, sondern eine Attacke auf zwei Beamte im Dienst.

Auch Mamdanis Polizeichefin Jessica Tisch widerspricht dem Bürgermeister. Auf der Online-Plattform X schreibt sie von schändlichem, kriminellem Verhalten. Entgegen der Empfehlung von Mamdani ordnete sie an, nach vier Beteiligten zu suchen. Am Donnerstagmorgen nahm ihre Behörde einen 27-Jährigen fest, dem Körperverletzung vorgeworfen wird.

Die Chefin des New York Police Department Jessica Tisch und Bürgermeister Zohran Mamdani. Wird die Schneeballschlacht ihre Beziehung verschlechtern?

Beobachter sehen eher positive Signale

Könnte Mamdani nun die Gunst seiner eigenen Polizei verlieren? Richard Aborn, langjähriger Präsident der New Yorker Bürgerkommission zur Verbrechensbekämpfung, geht nicht davon aus. Diese Meinungsverschiedenheit zwischen Mamdani und Tisch sei nicht von großer Bedeutung und werde schnell vorübergehen.

Aborn sieht darin sogar ein positives Signal: „Das zeigt, dass Mamdani so souverän ist, dass er einer seiner wichtigsten Mitarbeiterinnen erlaubt, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen – selbst wenn er es anders sieht. Ich halte das für ein Zeichen von Stärke.“

Dass der Linke Mamdani die hart durchgreifende Jessica Tisch damals überzeugen konnte, unter ihm weiter Polizeichefin zu bleiben, hatten viele als Meisterstück bewertet. Boulevardmedien spekulieren aber schon lange, dass das Verhältnis zwischen Tisch und Mamdani sich im Laufe seiner Amtszeit verschlechtern könnte. Das wäre ein politischer Rückschlag für den bisher beliebten Mamdani.

Source: tagesschau.de