Gerichtsurteil: Bohrinsel im Wattenmeer muss Ölförderung stoppen








Für Umweltaktivisten ist es ein Sieg: Auf der Bohrinsel Mittelplate in der Nordsee wird die Ölförderung wegen einer fehlenden Genehmigung eingestellt. Nur wie lange?

Das Schleswig-Holsteinische Verwaltungsgericht hat die Ölförderung auf der Bohrinsel Mittelplate im Wattenmeer gestoppt. Die Bohrinsel habe derzeit keine vollziehbare Fördererlaubnis, sagte eine Sprecherin des Gerichts. In einem Eilverfahren hatte zuvor die Deutsche Umwelthilfe (DUH) geklagt.



Eine Gerichtssprecherin sagte der Deutschen Presse-Agentur, es müsse alle zwei Jahre eine Bestandsprüfung vollzogen werden. Dabei sei die Verträglichkeitsprüfung der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie (FFH) ausgeblieben. Das Gericht habe daher eine Förderung bis auf weiteres untersagt. Eine Beschwerde des Betreibers habe keine aufschiebende Wirkung, hieß es.

Bohrinsel in der Nordsee umstritten

Die Umwelthilfe sprach von einem historischen Sieg für den Schutz des Wattenmeeres. „Deutschlands größtes Weltnaturerbe darf nicht ohne gründliche Prüfung der Naturschutzauswirkungen der Ölförderung ausgebeutet werden“, erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner. Die Plattform sei veraltet. „Mit jedem Tag steigt die Gefahr eines Unfalls.“

Ein Sprecher des Betreibers Wintershall Dea Deutschland sagte der dpa, das Unternehmen wolle die Entscheidung sorgfältig prüfen. „Nach unserer Überzeugung erfolgte die Zulassung des Hauptbetriebsplans für die ‎Bohr- und Förderinsel Mittelplate ‎unter Einhaltung aller geltenden rechtlichen Vorgaben.“ Auch der Betrieb ‎der Anlage sei stets unter enger staatlichen Beaufsichtigung im Einklang mit den ‎bestehenden Regelungen erfolgt.‎ Es handele sich um eine hochmoderne Anlage, mit der seit Oktober 1987 sicher mehr als 40 Millionen Tonnen Öl gewonnen worden seien.

DPA

cl

Source: stern.de