Børge Brende: Präsident des Weltwirtschaftsforums tritt wegen Epstein-Affäre zurück
Der Präsident des
Weltwirtschaftsforums (WEF), Børge Brende, zieht Konsequenzen aus seinen Verbindungen zu US-Sexualstraftäter Jeffrey
Epstein. Brende tritt von seinem Amt zurück und begründete den Schritt in einer Mitteilung damit, dass das Forum seine Arbeit „ohne Ablenkungen“ fortsetzen solle. Er blicke auf „achteinhalb bereichernde Jahre“ zurück, schrieb der frühere norwegische Außenminister. In einer
zweiten Mitteilung schrieben die Co-Vorsitzenden des
Stiftungsrats, André Hoffmann und Larry Fink, sie akzeptierten
die Entscheidung Brendes.
Das WEF richtet alljährlich das renommierte Weltwirtschaftsforum in Davos aus. Dem Rücktritt Brendes war eine unabhängige Untersuchung zu seinen Kontakten zu dem verurteilten und 2019 in Haft verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey
Epstein durch externe Anwälte vorausgegangen. Der WEF-Stiftungsrat hatte sie beauftragt, weil der Fall die Reputation des Forums belaste. Die Untersuchung sei nun
abgeschlossen und habe keine weiteren Bedenken über das bereits
Bekannte hinaus ergeben, hieß es in der Mitteilung.
Brende bestritt lange Zeit Kontakt zu Epstein
Aus den veröffentlichen Epstein-Akten geht hervor, dass der Norweger
drei Geschäftsessen mit Epstein hatte und mit ihm auch per
E-Mail und SMS kommunizierte. Dem Schweizer Tagesanzeiger zufolge tauschten die beiden mehr als 100 Nachrichten aus. Brende habe zudem über Epsteins Vorstrafen Bescheid gewusst. Laut dem US-Magazin Politico versuchte Epstein, den Kontakt zu Brende zu nutzen, um Freunde auf die Gästeliste für das Weltwirtschaftsforum zu setzen. Ob es dazu kam, ist nicht bekannt.
Noch im November 2025 hatte Brende öffentlich mitgeteilt, dass er nie Kontakt zu Epstein gehabt habe. Ende Januar 2026 tauchten erste Beweise auf, die das Gegenteil zeigten. In der Folge gab Berge zu, Epstein gekannt, aber nichts von seinen kriminellen Machenschaften gewusst zu haben. Auch die Geschäftsessen mit Epstein bestätigte Brende.
Nach Brendes Rücktritt übernimmt der Schweizer Alois Zwinggi kommissarisch die Leitungsposition. Er ist derzeit Managing Director beim WEF.
Der Stiftungsrat werde die Suche nach einer dauerhaften
Nachfolge einleiten, heißt es in der Mitteilung.