Bei Allianz und Münchner Rück läuft es rund
Allen Krisen zum Trotz legen die beiden großen DAX-Versicherungen Allianz und Münchener Rück solide Geschäftszahlen vor. Freuen dürfte die Aktionäre, dass die Dividenden erneut kräftig erhöht werden.
Die beiden großen DAX-Versicherer Allianz und Münchener Rück bleiben allen Krisen zum Trotz auf Wachstumskurs. Das zeigen die Geschäftszahlen der beiden Gesellschaften für das abgelaufene Jahr 2025. Ergebnistreiber war 2025 einmal mehr die Sachversicherung: Am besten lief das alltägliche Schaden- und Unfallgeschäft, zu dem unter anderem die Auto- und die Gebäudeversicherung gehören. Deutlich weniger steil bergauf ging es für die Allianz in der Lebens- und Krankenversicherung.
Im Ausblick zeigen sich die Manager zwar gewohnt vorsichtig, aber das Wort Krise bleibt weiter ein Fremdwort. Entsprechend erfreulich haben sich in den letzten Jahren die Aktienkurse entwickelt. Die Börse honoriert den langfristigen und stabilen Wachstumspfad der Branche schon länger. Hinzu kamen im vergangenen Jahr vergleichsweise niedrige Schäden durch Naturkatastrophen.
Allianz mit Rekordergebnis
Europas Marktführer Allianz bleibt auf Rekordkurs. Der Münchener Finanzkonzern erreichte 2025 ein operatives Ergebnis von 17,4 Milliarden Euro – so viel wie noch nie und im Rahmen der Analystenschätzungen sowie der selbstgesteckten Ziele. Vor allem in der Sachversicherung, aber auch im Asset Management lief es deutlich besser.
Die Dividende soll deutlich von 15,40 auf 17,10 Euro steigen. Zudem will die Allianz für 2,5 Milliarden Euro eigenen Aktien zurückkaufen. Auch für 2026 erwartet das Management weiter steigende Gewinne. Ausgehend vom Vorjahresergebnis soll im laufenden Jahr rund eine Milliarde Euro dazu kommen.
Auch der französische Allianz-Erzrivale Axa, die Nummer zwei in Europa, erklärte heute, die Dividende auf 2,32 Euro um acht Prozent zu erhöhen.
MüRü erhöht Dividende ebenfalls
Auch die Münchener Rück erhöht die Dividende deutlich von 20 auf 24 Euro je Anteilsschein. Absolut gesehen ist das die höchste Ausschüttung im DAX. Zudem sollen ebenfalls eigene Aktien zurückgekauft werden.
Mit 6,1 (2024: 5,7) Milliarden Euro lag das Konzernergebnis zwar acht Prozent über Vorjahr und über der eigenen Zielmarke, aber leicht unter den Schätzungen der Analysten, die dem weltweit zweitgrößten Rückversicherer noch etwas mehr zugetraut hatten. Für das laufende Jahr peilt der neue Vorstandschef Christoph Jurecka einen Nettogewinn von 6,3 Milliarden Euro an.
Preise sinken in der Rückversicherung
Die Münchener Rück ist Weltmarktführer im Rückversicherungsgeschäft. Sie versichert Risiken, die Erstversicherer nicht mehr selbst übernehmen wollen. Bekannte Beispiele sind Naturkatastrophen wie Stürme oder große Feuer, deren Schäden von einzelnen Gesellschaften in der Regel nicht zu tragen sind. Zweimal im Jahr treffen sich die Rückversicherer daher traditionell mit ihren Kunden und handeln die Prämien für die übernommenen Risiken aus. Zuletzt bröckelten hier die Preise für die Rückversicherer. Im Ausblick auf die am 1.4. beginnenden Verhandlungen ist der Ausblick aber wieder stabiler.
Was auch für den kleineren Rivalen Hannover Rück gilt, dessen Aktie ebenfalls im DAX enthalten ist. Die Niedersachsen wollen am 12. März über das abgelaufene Geschäftsjahr berichten.
Dividenden für die Rente
Bei der Diskussion über eine Reform der gesetzlichen umlagefinanzierten Renten- und Krankenversicherung sollen Kapitalmarktkomponenten nach den jüngsten Plänen der Bundesregierung eine stärkere Rolle spielen.
Damit werden Dividenden, also Gewinnausschüttungen börsennotierter Unternehmen, zweifellos wichtiger. Die Assekuranz-Branche gehört traditionell zu den stabilsten Dividendenzahlern, ähnlich wie die Telekom- oder Versorgerbranche.
Die weit verbreitete und beliebte klassische Lebensversicherung geht diesen Weg übrigens schon seit Jahrzehnten. Im Rahmen der Anlagestrategie werden die Prämien der Kunden zum Teil in Aktien angelegt und die Dividenden vereinnahmt. Da es ein langfristiges Produkt ist, mit historisch meist gutem bis sehr gutem Erfolg. Große Teile der Bundesbürger sind also schon zumindest mittelbar schon lange Aktionäre – auch wenn es nicht sofort jedem ins Auge sticht.
Source: tagesschau.de