Atom-Verhandlungen: USA sehen Hinweise z. Hd. Wiederaufbau des iranischen Atomprogramms

Die USA sehen Vizepräsident JD Vance zufolge Hinweise darauf, dass ⁠Iran nach den US-Angriffen im Juni sein Atomprogramm wieder aufbaut. „Das Prinzip ist sehr einfach: ‌Iran darf keine Atomwaffen haben“, sagte Vance am Mittwoch vor Journalisten. Eine Stellungnahme Irans ‌lag zunächst ‌nicht vor.

Vance äußerte sich einen Tag vor geplanten Gesprächen in Genf. Dort wollen die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared ⁠Kushner am Donnerstag mit einer iranischen Delegation vor dem Hintergrund einer massiven US-Militärpräsenz in der Region ausloten, ob ⁠eine Einigung möglich ist.

Iran versucht nach Darstellung von US-Außenminister Marco Rubio zudem, Interkontinentalraketen zu entwickeln. Man habe bereits beobachten können, wie Iran die Reichweiten jener Raketen erhöht habe, über die das Land bereits verfüge, sagte Rubio vor Journalisten in der Hauptstadt des Inselstaats St. Kitts und Nevis, Basseterre. Es sei klar, dass sich Iran auf dem Weg dazu befinde, eines Tages Waffen entwickeln zu können, die die USA erreichen könnten.

Iran besitze bereits Waffen, die große Teile Europas bedrohen könnten, sagte Rubio. Der Außenminister äußerte sich dabei verwundert darüber, dass Teheran trotz Sanktionen und enormer wirtschaftlicher Probleme weiter Geld finde, um in Raketen mit immer größerer Reichweite zu investieren. „Das ist eine untragbare Bedrohung“, betonte Rubio, der auch Präsident Donald Trumps Nationaler Sicherheitsberater ist.

Rubio: Irans ballistischen Raketen „großes Problem“

Kurz vor einer weiteren Verhandlungsrunde zwischen Iran und den USA in Genf gab sich Rubio überzeugt, dass Diplomatie nie vom Tisch sei. Präsident Trump bevorzuge diplomatische Lösungen. Die an diesem Donnerstag anstehende dritte Verhandlungsrunde in diesem Jahr würde er lediglich als „nächste Gelegenheit zum Gespräch“ bezeichnen, sagte Rubio bei seinem Besuch im Karibikstaat St. Kitts und Nevis am Mittwoch (Ortszeit).

Seinen Angaben nach sollen sich die indirekten Gespräche unter Vermittlung des Golfstaats Oman hauptsächlich auf das umstrittene iranische Atomprogramm fokussieren. Die US-Delegation wird vom Sondergesandten Steve Witkoff geleitet. Rubio sagte weiter, man hoffe, dass Fortschritte erzielt werden könnten. Gleichzeitig sei es aber auch wichtig, nicht zu vergessen, dass sich Iran weigere, mit den USA über seine ballistischen Raketen zu sprechen. „Das ist ein großes Problem“, sagte Rubio.

Source: faz.net