Beschaffung von Drohnen: Das ist kein Kamikaze

Die deutsche Verteidigungspolitik ist am Mittwoch einen bedeutsamen Schritt gegangen. Erstens, weil der Beschluss des Haushaltsausschusses zur Beschaffung von „Kamikazedrohnen“ in Rahmenverträgen von insgesamt mehr als zwei Milliarden Euro eine große finanzielle Anstrengung bedeutet. Das ist wichtig zu bedenken, gerade weil man sich durch die „Sondervermögen“ etwas zu sehr daran gewöhnt hat, gedanklich mit Milliardenbeträgen zu jonglieren.
Die Lehren des Ukrainekriegs
Zweitens, weil damit begonnen wird, eine erhebliche Fähigkeitslücke zu schließen. Deutschland ist bei bewaffneten unbemannten Luftfahrzeugen der Entwicklung hinterher, weil die längste Zeit von links (auch in der SPD) moralisierende Bedenken ventiliert wurden, die Tötung von Menschen könne an unbarmherzige Maschinen delegiert werden. Die unbarmherzige Wirklichkeit, die der Ukrainekrieg demonstriert, ist darüber hinweggegangen.
Jetzt aber ist die Sache, drittens, in rekordverdächtiger Zeit von weniger als einem Jahr über die Bühne gegangen. Das geht nur, weil das Konzept eine laufende Weiterentwicklung vorsieht. Das ist aus der Not geboren, welche das Tempo vorgibt, passt aber ebenfalls zu den Erfahrungen ständiger Innovation, die in der Ukraine gemacht werden. Deswegen kann dieser Beschaffungsvorgang keine Blaupause eins zu eins für den Kauf komplizierterer Waffensysteme sein.
Source: faz.net