Bill Gates gibt Affären mit zwei Russinnen zu – Epstein wollte ihn damit unter Druck setzen
Immer wieder fiel im Zuge der Epstein-Enthüllungen auch der Name von Bill Gates. Nun entschuldigt sich der Microsoft-Gründer bei Mitarbeitern seiner Stiftung – und gesteht außereheliche Affären.
Bill Gates steht ganz oben auf der Liste prominenter Persönlichkeiten, die im Zuge der Veröffentlichung der Epstein-Akten immer wieder genannt werden. Deshalb gerät der Microsoft-Gründer in Erklärungsnot. Schon in einem Interview Anfang Februar hatte Gates über Epstein deshalb dem Sender 9News gesagt: „Es war dumm von mir, Zeit mit ihm zu verbringen“, sagte er. Er sei einer von vielen, „die es bereuen“, Epstein „jemals kennengelernt zu haben“.
Nun legt Gates nach: Bei den Mitarbeitern der Gates Foundation hat sich der Unternehmer am Dienstag für seinen Kontakt zu Epstein entschuldigt – und zugleich zwei außereheliche Beziehungen gestanden. „Ich hatte Affären, eine mit einer russischen Bridgespielerin, die ich bei Bridge-Veranstaltungen kennengelernt habe, und eine mit einer russischen Nuklearphysikerin, die ich über geschäftliche Aktivitäten traf“, zitiert das „Wall Street Journal“ (WSJ) Gates.
Epstein habe von den Affären gewusst und versucht, ihn damit unter Druck zu setzen, deutete Gates an. In den veröffentlichten Epstein-Files befindet unter anderem eine E-Mail aus dem Jahr 2013, die der Sexualstraftäter offenbar als Notiz an sich selbst verfasst hatte. Darin behauptet Epstein, er habe Gates Medikamente besorgt, damit dieser die „Folgen von Sex mit russischen Mädchen“ bewältigen könne, und deutet eine Geschlechtskrankheit an. Zudem schrieb er darin: „Bill riskiert, vom reichsten Mann zum größten Heuchler zu werden, Melinda zur Lachnummer, Zusagen werden infolgedessen verschwinden.“ Zwei Frauen „riskieren, über Nacht zu Sensationen zu werden“.
Dabei stellte der 70-Jährige bei der Mitarbeiterversammlung klar: „Ich habe nichts Illegales getan. Ich habe nichts Illegales gesehen.“ Es sei jedoch „ein riesiger Fehler“ gewesen, Zeit mit Epstein zu verbringen und auch Führungskräfte seiner Stiftung zu Treffen mitzunehmen. „Ich entschuldige mich bei anderen Menschen, die wegen meines Fehlers mit hineingezogen wurden.“
Gates gab an, er habe Epstein tatsächlich ab 2011 getroffen, obwohl dieser bereits 2008 wegen der Anwerbung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilt worden war. Rückblickend sagte Gates: „Mit dem Wissen von heute ist das hundertmal schlimmer.“ Seine Ex-Frau Melinda sei „immer irgendwie skeptisch in Bezug auf die Epstein-Sache“ gewesen, so Gates weiter. Das Paar hatte 2021 nach 27 Ehejahren seine Trennung bekannt gegeben.
Nach der Veröffentlichung der Epstein-Akten hatte sich Melinda Gates ebenfalls zu den Epstein-Files geäußert und erklärt, wie schwierig die persönlichen Details seien, über die durch die Epstein-Files nun gesprochen werde: „Ich bin sehr froh, weg von all dem Dreck zu sein“, sagte sie im NPR-Podcast „Wild Card“.
Bill Gates bestätigte bei der Versammlung zwar weitere Treffen mit Epstein bis 2014; es habe Flüge im Privatjet sowie Zusammenkünfte in mehreren Ländern gegeben, darunter in Deutschland, Frankreich, New York und Washington. Er habe sich dort mit ihm dort aufgehalten, sei aber nie über Nacht geblieben – auch nicht auf Epsteins berüchtigter Insel. „Ich habe nie übernachtet“, wird Gates vom WSJ zitiert. Und: „Um das klarzustellen: Ich habe nie Zeit mit Opfern oder den Frauen in seinem Umfeld verbracht.“
Epstein habe bei den Treffen vielmehr von seinen engen Kontakten zu „vielen Milliardären, insbesondere zu Milliardären von der Wall Street“ gesprochen und angeboten, bei der Einwerbung von Spenden zu helfen, etwa für Projekte im Bereich der globalen Gesundheit. Dass bei diesen Zusammenkünften weitere prominente Persönlichkeiten anwesend gewesen seien, habe es ihm erleichtert, die Lage als „eine normale Situation“ wahrzunehmen, sagte Gates.
Tatsächlich hatte der damalige Trump-Berater Steve Bannon, der für Epstein zeitweise als eine Art Mediencoach agierte, vorgeschlagen, sich mit Persönlichkeiten wie Gates zu treffen, um dessen ramponierten Ruf aufzuwerten. Gates sagte dazu, dass er heute sehe, wie seine Nähe zu Epstein dazu beigetragen habe. Doch der Kontakt habe der Stiftung geschadet: „Das widerspricht eindeutig den Werten und Zielen der Stiftung. Unsere Arbeit ist extrem rufabhängig. Menschen können sich entscheiden, mit uns zu arbeiten – oder eben nicht.“
Gates will Epstein 2014 ein letztes Mal persönlich getroffen haben. „Danach hat er mir weiter E-Mails geschickt“, sagte Gates – geantwortet habe er nicht.
kami
Source: welt.de