Gebiete verlassen pro Frieden?: Große Mehrheit stärkt Ukraine den Verschieben

Gebiete aufgeben für Frieden?Große Mehrheit stärkt Ukraine den Rücken

24.02.2026, 15:23 Uhr

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Die ukrainischen Streitkräfte kämpfen in der Region Donbass gegen den Vormarsch der russischen Truppen. (Archivbild) (Foto: Evgeniy Maloletka/AP)

Für einen Frieden fordert Russland von der Ukraine, Gebiete abzutreten, die die Kreml-Truppen noch gar nicht erobert haben. Eine große Mehrheit der Deutschen meint, das angegriffene Land sollte nicht darauf eingehen.

Für einen Frieden wird die Ukraine wohl zumindest zeitweilig auf Teile ihres Territoriums verzichten müssen, das räumt selbst Präsident Wolodymyr Selenskyj mittlerweile ein. Doch was ist mit Gebieten, die Russland noch gar nicht erobert hat? Soll sie die kampflos aufgeben? Das Putin-Regime fordert genau das.

Demnach soll die Ukraine sämtliche Flächen in den rechtswidrig von Russland annektierten Teilrepubliken im Donbass an den Aggressor abgeben. Das wäre ein doppelter Verlust, da sich in den fraglichen Territorien gut ausgebaute Verteidigungsstellungen befinden, die die Ukraine räumen müsste. Die Abwehr eines erneuten russischen Angriffs würde dadurch schwieriger.

Die Ukraine lehnt das ab und auch die große Mehrheit der Deutschen steht in dieser Frage an der Seite des angegriffenen Landes. Das zeigt eine Forsa-Umfrage für das Trendbarometer von RTL und ntv. Demnach sagen 65 Prozent, die Ukraine solle entsprechende Gebiete nicht abtreten – auch nicht, wenn es dann Frieden gäbe. Der Aussage „Zur Ermöglichung eines Friedensabkommens sollte die Ukraine dazu bereit sein, auch Gebiete an Russland abzutreten, die Russland bisher nicht erobert hat“ stimmen dagegen 24 Prozent zu. Weitere elf Prozent haben keine Meinung.

Nur bei AfD Mehrheit dafür

Auffällig ist in dieser Frage der regionale Unterschied. Im Osten fänden es 41 Prozent richtig, wenn die Ukraine auch Gebiete abgäbe, die Russland noch gar nicht besetzt hat. Im Westen sind es nur 21 Prozent.

Schaut man auf die Wähler der einzelnen Parteien, sticht die in Ostdeutschland stärkere AfD hervor. 52 Prozent ihrer Anhänger sind für Abtretungen im Sinne Putins, nur 34 Prozent dagegen. Bei den Wählern der anderen Parteien gibt es keine Mehrheiten für derartige Zugeständnisse, im Gegenteil. Bei Anhängern von CDU/CSU (16 Prozent) und SPD (14 Prozent) hält jeweils nur ein kleiner Teil Gebietsabtretungen für richtig. Auch Linken-Wähler (11 Prozent) reihen sich hier ein. Bei den Grünen sind es sogar nur 8 Prozent, das ist der niedrigste Wert unter den Anhängern der großen Parteien.

Neben den Donbass-Regionen Donezk und Luhansk hat Russlands Machthaber Wladimir Putin im Herbst 2022 auch die Regionen Cherson und Saporischschja qua Verfassungsänderung der Russischen Föderation zuschlagen lassen. Auch auf diese nur zum Teil eroberten ukrainischen Regionen erhebt der Kreml Anspruch, bekommt hierbei aber offenbar weniger Zuspruch von US-Präsident Donald Trump als bei der Donbass-Frage.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte im Auftrag von RTL Deutschland 1003 Menschen in Deutschland. Die Umfrage wurde zwischen dem 20. und dem 23. Februar durchgeführt. Die Fehlertoleranz liegt bei drei Prozentpunkten.

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Forsa-Umfragen im Auftrag von RTL Deutschland.

Quelle: ntv.de, vpe

Source: n-tv.de