US-Präsident: Donald Trumps Umfragewerte fliegen hinaus Tiefststand
Die Zustimmung der US-Amerikaner zur Politik von Präsident Donald Trump ist laut einer Umfrage, über die der Sender CNN berichtet, auf einen Tiefstwert gefallen. Wie aus einer von CNN beauftragten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts SSRS hervorgeht, stimmen nur 36 Prozent der erwachsenen Amerikanerinnen und Amerikaner der Amtsführung des Präsidenten zu. 63 Prozent lehnen sie demnach ab.
Die unter 2.496 repräsentativ ausgewählten Erwachsenen zwischen dem 17. und dem 20. Februar durchgeführte Umfrage markiert somit im Vergleich zur letzten SSRS-Umfrage von Mitte Januar einen Rückgang von Trumps Zustimmungswerten um drei Prozentpunkte. Im Vergleich zur ersten Umfrage nach Beginn von Trumps zweiter Amtszeit aus dem Februar 2025 fällt der Rückgang noch deutlicher aus: Damals hatten 47 Prozent der Amerikaner dem Präsidenten die Unterstützung erklärt, 52 Prozent lehnten seine Amtsführung ab.
Der Vorsprung des trumpkritischen Lagers vor dessen Unterstützern ist somit von fünf Prozentpunkten auf 27 Prozentpunkte gewachsen und hab sich damit mehr als verfünffacht. Niedriger waren die Zustimmungswerte Trumps in SSRS-Umfragen bisher lediglich dreimal – in dessen erster Amtszeit: im Dezember 2017 und im Februar 2018 jeweils mit 35 und im Januar 2021, also kurz vor der Ablösung durch Joe Biden, mit 34 Prozent.
Eine weitere Auffälligkeit: Während aus dem Lager der Trump-Unterstützer lediglich gut jeder Zweite angibt, der Politik des Präsidenten „stark“ zuzustimmen (19 Prozent insgesamt), ist unter den Kritikern seiner Politik die Ablehnung besonders stark: 48 Prozent und damit mehr als drei Viertel der mit dem Präsidenten Unzufriedenen geben demnach an, die Amtsführung des Präsidenten „stark“ abzulehnen.
Rückschläge bei Zoll- und Innenpolitik im Vorfeld des Kongresswahlkampfs
Die Umfragewerte des Präsidenten erreichen somit einen Tiefstwert, kurz bevor Trump in der jährlichen Rede zur Lage der Nation („State of the Union Address„) im Kongress für seine Politik werben will. Laut den Vorgaben der US-Verfassung hat der Präsident darin den Kongress über seine Wahrnehmung der Lage des Landes zu unterrichten und seine Politik zu erklären. US-Staatschefs nutzen die zeremonielle Rede regelmäßig, um für ihre Amtsführung zu werben.
Für Trump kommt der Termin zu einem kritischen Zeitpunkt: Erst vor wenigen Tagen erklärte der Oberste Gerichtshof der USA die vom Präsidenten verhängten globalen Zölle für rechtswidrig – und nimmt ihm somit ein zentrales Projekt seiner Wirtschaftspolitik, das Trump regelmäßig als Drohkulisse einsetzt. Zudem haben Tötungen von US-Bürgern durch die Einwanderungsbehörde ICE in den vergangenen Wochen landesweiten Protest ausgelöst.
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Und auch republikanische Abgeordnete wagen inzwischen regelmäßiger Kritik an der Regierung als vor einem Jahr – auch unter Eindruck der Kongresswahlen im Herbst. Bei den Wahlen könnte Trump für einzelne Abgeordnete zum Faktor werden, der ihre Chancen auf Wiederwahl schmälert. Die Aussichten des Präsidenten auf die kommenden beiden Jahre werden wiederum davon abhängig sein, ob er die republikanische Mehrheit in beiden Kongresskammern halten kann. Während die Mehrheit im Senat, wo ein Drittel der Sitze neu vergeben werden, mutmaßlich weiter bestehen bleibt, ist der ohnehin knappe Vorsprung der Republikaner im Repräsentantenhaus, wo sie 218 der 435 Sitze innehaben, bedroht.
Zwei Drittel werfen Trump falsche Prioritäten vor
Für Trump dürfte es somit wichtig sein, bei der Rede in der Nacht zum Mittwoch überzeugend um Zustimmung zu werben. Denn die SSRS-Umfrage, über die CNN berichtet, bildet einen größeren Trend ab. Auch in Umfragen anderer Institute fallen Trumps Beliebtheitswerte. Das renommierte Institut Gallup stellt seine Umfragen dazu zwar nach 88 Jahren ein, kam jedoch in der vorerst letzten Befragung im Dezember 2025 auf lediglich 36 Prozent für Trump – fünf Prozentpunkte weniger als im Schnitt seiner ersten Amtszeit.
Auch bei präziseren Fragen steht eine Mehrheit der US-Amerikaner dem Kurs des Präsidenten skeptisch gegenüber. So sagten 32 Prozent der von SSRS Befragten, der Präsident habe „die richtigen Prioritäten“; 68 Prozent gaben an, Trump habe „den wichtigsten Problemen des Landes nicht genug Aufmerksamkeit“ geschenkt. Der Vorsprung der Trump-Kritiker auf seine Unterstützer ist somit seit Beginn seiner zweiten Amtszeit in dieser Frage von zehn Prozentpunkten auf 36 Prozentpunkte gewachsen.
Die Frage danach, über welches Thema der Präsident in seiner Rede am ehesten sprechen müsste, beantworteten 57 Prozent der Befragten mit „Wirtschaft und Lebenshaltungskosten“. Der Kampf gegen die Inflation war ein zentrales Thema von Trumps Wahlkampf, doch die Preise haben sich – unter anderem auch getrieben von der Zollpolitik des Präsidenten – seit seinem Amtsantritt kaum gesenkt. Migration, ein weiteres für Trump-Wähler wichtiges Politikfeld, benannten 13 Prozent der Befragten als ihr Wunschthema für die anstehende Rede des Präsidenten.
Mehrheit sieht Zustand der USA als schlecht an
Die Sender NPR und PBS ließen derweil das Umfrageinstitut Marist spezifisch nach dem Zustand des Landes fragen, den der Präsident in seiner Rede skizzieren soll. Auch hier ist die Unzufriedenheit hoch: 57 Prozent der Ende Januar 1.462 befragten Erwachsenen bewerteten die „Lage der Union“ demnach als schlecht, nur 43 Prozent als gut. Etwa 6o Prozent der Amerikaner geben demnach an, das Land sei in einer schlechteren Lage als vor einem Jahr – und sogar vier von zehn republikanischen Wählern schließen sich demnach dieser Einschätzung an.
Eine Mehrheit der Befragten verbindet diese Entwicklungen explizit mit dem Präsidenten. Wie Marist berichtet, sind 55 Prozent der Meinung, Trump bewege das Land in die falsche Richtung; 37 Prozent sagen, der Kurs des Präsidenten mache das Land besser. Der Abstand zwischen dem Unterstützer- und Kritikerlager hat sich hier im Vergleich zum Frühjahr 2025 von neun auf 18 Prozent verdoppelt. 53 Prozent der Wähler sagen zudem, Trumps Politik habe sie persönlich negativ betroffen.