US-Iran-Gespräche: Größter US-Flugzeugträger erreicht östliches Mittelmeer
Die USA und der Iran werden nach Angaben der US-Regierung am Donnerstag ihre indirekten Verhandlungen in Genf fortsetzen. Das bestätigten Vertreter der US-Regierung. Zuvor hatte bereits der iranische Außenminister Abbas Araghtschi eine weitere Verhandlungsrunde mit den USA in wenigen Tagen angekündigt. Die USA und der Iran verhandeln derzeit unter Vermittlung des Oman über das iranische
Atomprogramm, jedoch ohne große Fortschritte.
US-Präsident Donald Trump hatte der Führung in Teheran vor wenigen Tagen eine Frist bis Anfang März gesetzt, einem Abkommen zuzustimmen. In den vergangenen Wochen hatte der US-Präsident weitere US‑Kriegsschiffe, Flugzeugträger und Kampfjets in die Region verlegen lassen. Zuletzt lief der größte Flugzeugträger der US-Marine, die USS Gerald R. Ford, in die Souda-Bucht auf Kreta ein. Von der griechischen Insel aus kann der Flugzeugträger binnen eines Tages den Nahen Osten erreichen. Israelische Medien berichteten zudem, auf dem internationalen Flughafen Ben-Gurion bei Tel Aviv seien Tank- und Transportflugzeuge des US-Militärs gesichtet worden.
Ausländer sollen den Iran verlassen
US-Medienberichten zufolge befindet sich das US-Militär in Bereitschaft für einen Angriff gegen die Führung in Teheran. Entsprechende militärische Planungen befinden sich demnach in einem „fortgeschrittenen Stadium“. Spekuliert wird über verschiedene Szenarien, von gezielten Tötungen im Iran bis hin zu einem erzwungenen Regimewechsel. Das iranische Militär befindet sich laut Regimevertretern ebenfalls in erhöhter Bereitschaft.
Zuletzt waren Unterhändler der USA und des Iran in der vergangenen Woche in Genf zusammengekommen. Die USA dringen auf eine Einigung zum iranischen Atomprogramm und die Einstellung des iranischen
Raketenprogramms. Der Iran will jedoch lediglich über die Atomfrage und die Aufhebung der Sanktionen gegen das Land sprechen. Die aktuellen Verhandlungen sind die ersten
Gespräche zwischen den beiden Staaten seit dem Zwölf-Tage-Krieg im
Juni.
Angesichts der jüngsten US-Drohungen riefen zahlreiche Länder ihre
Bürgerinnen und Bürger im Iran dazu auf, das Land zu verlassen, darunter
Indien, Serbien, Schweden, Australien und Polen. Für deutsche
Staatsangehörige gilt bereits seit Längerem eine Reisewarnung für den
Iran und eine Aufforderung zur Ausreise. Die USA zogen vor dem
Hintergrund der Spannungen am Montag einen Großteil ihres
Botschaftspersonals aus der libanesischen Hauptstadt Beirut ab.