Was für jedes ein Ding!: Lavalampe für jedes Puristen

Lavalampen erleben gerade ein erstaunliches Comeback. Ob es an einer wiedererwachten Sehnsucht nach den Siebzigern liegt? Oder an ihrer trägen Bewegung, die einen angesichts der politischen Großwetterlage in eine wohlige, leicht sedierende Trance versetzt? Man weiß es nicht. Sicher ist nur: Auch 2026 gibt es Menschen, die sich mit der Lavalampe partout nicht anfreunden wollen. Für sie hat das Vater-Sohn-Gespann Alberto und Francesco Meda nun ein überzeugendes Gegenmodell entworfen.

Für Foscarini gestalteten die beiden ein Trio von Pendelleuchten – Lavalampen ohne blubbernde Lava, dafür mit echter. Denn die Leuchten bestehen aus gemahlenem Vulkangestein vom Vesuv. „Bei der Verarbeitung wird es in große Blöcke geschnitten, doch beim Zuschnitt entsteht viel Abfall“, sagt Francesco Meda, der auch Artdirector der Firma Ranieri ist, die das Material entwickelt hat. Ranieri verarbeitet seit Jahrzehnten massive Lavablöcke mit präzisionsgesteuerten Maschinen zu architektonischen Oberflächen und Möbeln – ein Prozess, bei dem zwangsläufig große Mengen Restmaterial anfallen.

Gegossene Lava ist leichter als massive

„Wir haben die Reste zu einem Pulver mit Granulaten unterschiedlicher Größe zerkleinert und anschließend mit einem organischen Bindemittel gemischt, um eine Paste zu erhalten, die man gießen und formen kann.“ Der so entstandene Verbundwerkstoff bewahrt das rohe, archaische Erscheinungsbild von Lava – poröse Texturen, kraterartige Vertiefungen – und verändert gleichzeitig grundlegend das physikalische Verhalten des Materials. Denn gegossene Lava ist rund ein Drittel leichter als massive. Und während massive Lava Wandstärken von mindestens 15 bis 20 Millimetern benötigt, um keine Risse zu kriegen, genügen hier acht bis zehn Millimeter. Das erlaubt Formen, die mit Meißel oder CNC-Fräse gar nicht erst herzustellen wären.

Leuchtenhersteller Foscarini, seit jeher offen für ungewöhnliche Materialien, gab den Medas freie Hand für weich modellierte Silhouetten: Eine erinnert an eine Zwiebel, eine an eine Kastanie, die dritte an eine Pyramide. Ihre Namen verweisen auf die vulkanreichen Äolischen Inseln südlich von Italien: „Alicudi“, „Filicudi“ und „Panarea“. Obwohl industrielle Gussformen verwendet werden, sorgt das Zusammenspiel von Temperatur, Schwerkraft und Gießwinkel dafür, dass keine Leuchte der anderen gleicht. Keine glühende, schwebende Lava also – aber eine Oberfläche voller Poren und Krater. Und die hat, ganz ohne Nostalgie, ihre eigene beruhigende Kraft.