ifo-Geschäftsklima-Index steigt: „Erste Signale einer Belebung“
Die Stimmung in den Unternehmen hat sich im Februar verbessert. Vor allem in den Branchen Industrie, Dienstleistungen und Bau sehen sie Lichtblicke. Experten sprechen von ersten Anzeichen für einen Aufschwung.
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Februar aufgehellt. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 88,6 Punkte, wie das Münchner Forschungsinstitut heute in München mitteilte. Das wichtigste Barometer für die deutsche Konjunktur kletterte damit auf den höchsten Stand seit August.
Im Januar hatte es noch bei 87,6 Punkten gelegen, erwartet worden war lediglich ein Anstieg auf 88,3 Punkte. Viele Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage also inzwischen etwas besser. Gleichzeitig schauen sie vorsichtig optimistischer auf die kommenden Monate. Für das ifo-Institut sind das „erste Signale einer Belebung“ der deutschen Wirtschaft. Es befragt monatlich 9.000 Firmen.
Industrie profitiert von mehr Aufträgen
Besonders in der Industrie hat sich demnach die Stimmung verbessert. Unternehmen bewerten ihre laufenden Geschäfte deutlich besser als zuletzt. Zwar sind die Industriebetriebe in ihren Erwartungen etwas vorsichtiger geworden. Gleichzeitig berichten viele Firmen aber von einer besseren Auftragslage und planen, ihre Produktion teilweise wieder auszuweiten.
Auch im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima verbessert. Vor allem der Blick nach vorn fällt optimistischer aus. Viele Unternehmen sind außerdem zufriedener mit ihren aktuellen Geschäften. In der Logistik legte der Geschäftsklimaindikator sogar deutlich zu.
Handel uneinheitlich, Baugewerbe erholt sich langsam
Im Handel ist die Entwicklung dagegen gemischt. Insgesamt ging die Stimmung hier leicht zurück, weil viele Unternehmen ihre aktuelle Lage schlechter einschätzen als noch im Vormonat. „Während es im Großhandel leichte Aufwärtstendenzen gab, trübte sich im Einzelhandel die Stimmung merklich ein“, erklärte das ifo.
Im Baugewerbe setzt sich die langsame Erholung fort. Unternehmen bewerten sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Erwartungen etwas besser. Allerdings bleibt die Auftragslage schwierig – sie verbessert sich nur langsam.
Insgesamt gibt es mehr Zuversicht. „Die deutsche Wirtschaft berappelt sich langsam“, sagte ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe, warnte aber im Reuters-Interview: „Der Stimmungsaufschwung ist noch nicht in der Breite angekommen.“
Schwung für die Konjunktur?
Die deutsche Wirtschaft hat Ende 2025 um 0,3 Prozent zugelegt und ist Experten zufolge mit moderatem Wachstum ins neue Jahr gestartet. Für noch mehr Unsicherheit sorgt allerdings die Frage der US-Zollpolitik nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs. US-Präsident Donald Trump hat vorübergehende Zölle von 15 Prozent angekündigt. Unklar bleibt, ob und wie Unternehmen zu viel gezahlte Beträge zurückbekommen und ob der geplante Handelsdeal der EU mit den USA nun umgesetzt wird.
Die Aufträge der Industrie hätten für den „überfälligen“ Anstieg des ifo-Geschäftsklimas gesorgt, erläuterte der KfW-Konjunkturexperte Sebastian Wanke: „Mit dem heutigen Datenpunkt ist es wieder ein Stück wahrscheinlicher geworden, dass sich Deutschland gerade für den Aufschwung rüstet.“ Auch die Deutsche Bank äußerte sich optimistisch. „Wir sehen immer deutlichere Anzeichen, dass die Konjunktur ordentlich Schwung aufnimmt“, sagte Deutschland-Chefvolkswirt Robin Winkler.
Source: tagesschau.de