Seoul protestiert: Russland hängt Siegesbanner an Botschaft in Südkorea aufwärts

Seoul protestiertRussland hängt Siegesbanner an Botschaft in Südkorea auf

23.02.2026, 11:24 Uhr

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Unübersehbar: das umstrittene Banner an der russischen Botschaft in Seoul. (Foto: dpa)

„Der Sieg wird unser sein“: Diese Parole prangt an der russischen Botschaft in Südkorea. Die Regierung in Seoul sieht das als Provokation. Das Außenministerium fordert Moskau auf, den riesigen Schriftzug zu entfernen.

Die russische Botschaft in Seoul hat im Vorfeld des vierten Jahrestags des Ukraine-Krieges an ihrer Fassade ein Banner mit der umstrittenen Parole „Der Sieg wird unser sein“ aufgehängt – und damit den Unmut der südkoreanischen Regierung auf sich gezogen. Das südkoreanische Außenministerium machte Bedenken gegenüber der Botschaft geltend und forderte sie dazu auf, den riesigen Schriftzug zu entfernen, wie Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap am Sonntag berichtete. Auch am Montag hing das Banner aber nach wie vor gut sichtbar an der Außenwand der Landesvertretung.

Die Losung „Der Sieg wird unser sein“ ist im öffentlichen Leben in Russland allgegenwärtig – besonders auch zum traditionell groß gefeierten und arbeitsfreien Tag des Vaterlandverteidigers am 23. Februar. An diesem Dienstag jährt sich der Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zum vierten Mal. Der für Russland höchst bedeutsame Slogan wurde am 22. Juni 1941 von Moskau ausgerufen – zu Beginn des Großen Vaterländischen Krieges, als Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkriegs die Sowjetunion überfiel. Die Parole wird auch heute als russischer Schlachtruf im Krieg gegen die Ukraine genutzt.

Wie viele andere Staaten betrachtet Südkorea den Angriffskrieg Russlands gegen das Nachbarland als völkerrechtswidrig und trägt in Teilen internationale Sanktionen gegen Moskau mit. Die südkoreanische Regierung habe „die russische Invasion der Ukraine stets als illegalen Akt bezeichnet“, hieß es vom Außenministerium weiter. Vor diesem Hintergrund seien auch Äußerungen des russischen Botschafters in Seoul, Georgi Sinowjew, kritisiert worden. Der Botschafter hatte die Rolle nordkoreanischer Soldaten bei der Rückeroberung der russischen Region Kursk nach einer Teilbesetzung durch die ukrainische Armee gelobt.

Südkorea hatte den Einsatz nordkoreanischer Truppen im Ukraine-Krieg als „große Gefahr“ für die nationale Sicherheit des Landes bezeichnet und Pjöngjang dazu aufgefordert, Russland nicht mehr militärisch zu unterstützen. Laut Schätzungen des südkoreanischen Geheimdienstes NIS hat Nordkorea nicht nur im großen Stil Artillerie und Munition an Russland geliefert, sondern auch rund 15.000 Soldaten zur Unterstützung der russischen Armee gegen die ukrainischen Verteidiger entsandt. Experten gehen davon aus, dass Nordkorea im Gegenzug wirtschaftliche Unterstützung sowie Militärausrüstung aus Russland erhält.

Südkorea und Nordkorea befinden sich formell nach wie vor im Kriegszustand, nachdem der Koreakrieg (1950-53) lediglich mit einem Waffenstillstand endete. Ein Friedensvertrag wurde bis heute nicht unterzeichnet.

Quelle: ntv.de, lol/dpa/AFP

Source: n-tv.de