Konservative-Parteitag: Die Harmonie ist vorgetäuscht
Der Parteichef war angetreten für eine mutigere CDU, eine Partei, die wieder mehr diskutiert, Debatten nicht abwürgt, Konflikte nicht zukleistert, die eigene Ideen erarbeitet, bevor sie diese mit einer Koalitionsschere im Kopf direkt beschneidet. Klare Kante statt Kanzlerwahlverein, Merz-Klartext statt Merkel-Konsens, so klang es in den vergangenen Jahren bei Friedrich Merz und seinem Generalsekretär Carsten Linnemann.
Von diesem Anspruch war beim Parteitreffen in Stuttgart allerdings wenig zu sehen. Stattdessen kam die CDU konfliktscheu und abgeklärt daher, auf ihrem ersten Parteitag unter Kanzler Merz. Dagegen ist per se wenig zu sagen, und einer konservativen Partei steht dieser Modus eigentlich gut. Allerdings kommt einem diese angeblich neue CDU so doch wieder wie die alte vor, die den Streit gemieden hat. Um es mit den beiden Personen zu sagen, die dort im Fokus standen: Die Merz-CDU ist irgendwie doch noch ziemlich Merkel.