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Möglicher Angriff der USA auf Iran: Wer ist Ajatollah Khamenei?
Die iranische Führung bereitet sich auf einen möglichen Angriff des US-Militärs auf das Land vor. Dass Machthaber Ajatollah Khamenei ernsthaft an Verhandlungen interessiert sei, schließt sein im Exil lebender Neffe Mahmoud Moradkhani, der sich seit Jahren in der Opposition engagiert, im Interview mit dem F.A.Z.-Auslandspodcast „Machtprobe“ aus. Sein Onkel werde das Regime ohne Rücksicht auf Verluste „bis zum letzten Blutstropfen“ verteidigen, so Moradkhani. Das sei für Khamenei keine strategische, sondern eine Glaubensfrage. Wie Hitler, Ceausescu und andere Despoten vor ihm glaube er jedes Wort, das er sage, selbst.
Aus seiner Kindheit erinnert Moradkhani den heutigen Ajatollah als lieben Onkel, der ein besonderes Herz für die Kinder der Familie hatte und sich auf Treffen mit jungen Menschen zu Poesie austauschte. Auch die Familie Khameneis sei nicht ungewöhnlich religiös gewesen. Dieser habe sich vielmehr erst im Laufe der Jahrzehnte an der Seite seines Vorgängers Chomeini immer weiter radikalisiert. Inzwischen glaube er zutiefst an seine religiöse und politische Überlegenheit, sagt sein Neffe.
Unglücklicherweise sei Khamenei, der zu 1989 als Übergangsfigur gesehen worden, sowohl im Iran als auch im Ausland unterschätzt worden. Dass man mit Diplomatie bei dem Machthaber etwas erreichen könne, sei „ein verbreitetes Missverständnis“ im Westen. In der aktuellen Situation hält es Moradkhani für wichtig, dass die Iraner nicht nur demonstrieren, sondern in Streik treten. Nur so könnten sie dem Regime das Geld entziehen, um die Revolutionsgarden zu bezahlen. Auf dem internationalen Parkett sei es zudem wichtig, die Rolle Chinas zu beachten, das dem Regime massive Unterstützung bei der Unterdrückung der Proteste zukommen lasse. Man müsse Peking eine stabile Alternative zum Regime anbieten: „Den Chinesen geht es da um das Geld und sie würden auch ein anderes Regime akzeptieren“, so seine Einschätzung.
Mehr Auszüge aus dem Gespräch mit Moradkhani, eine Einordnung der Lage unserer Korrespondentin für die Region, Friederike Böge, und weitere Hintergründe zu Ali Khamenei hören Sie in der aktuellen Folge des Auslandspodcasts „Machprobe“.
Source: faz.net