Schwerer Sturz welcher Homo austriacus – Deutsche Viererbobs aufwärts Goldkurs
Der zweite Lauf beim Viererbob wird von einem schweren Sturz der Österreicher überschattet. Mit 116 km/h knallt der Bob auf das Eis und donnert auf der Seite liegend die Bahn hinunter. Deutschland scheint die Goldmedaille schon sicher zu haben.
Schreckmoment im olympischen Eiskanal von Cortina d‘Ampezzo. Der zweite Lauf beim Viererbob wird von einem Sturz der Österreicher überschattet. Pilot Jakob Mandlbauer verlor auf der Hälfte der Strecken die Kontrolle über den Bob, der dann auf der Seite liegend bis ins Ziel raste. Nach bangen Minuten wurde der 27-Jährige mit einer Trage aus dem Eiskanal gebracht.
Der österreichische Bob hatte in den ersten Kurven Fahrt aufgenommen. Mandlbauer lenkte ihn gut durch den Eiskanal. Bis zur neunten Kurve, die er mit 116 Kilometern in der Stunde zu hoch anfuhr. Der Bob geriet weit oben in der Rinne in eine gefährliche Schräglage. Mandlbauer verlor die Kontrolle, der Bob kippte zur Seite und knallte auf das Eis. Im Moment des Sturzes ging ein Aufschrei durch das Publikum, das die Rennen im Sliding Centre auf mehreren großen Leinwänden verfolgen kann.
Der Bob raste auf der Seite liegend weiter die Bahn hinunter. Mandlbauer und seinen Anschiebern Daiyehan Nichols-Bardi, Sebastian Mitterer und Daniel Bertschler blieb nicht anderes übrig, als den Kopf einzuziehen und zu hoffen, dass die Crash-Fahrt glimpflich ausgeht. Erst nach sieben weiteren Kurven kam der Bob kurz vor der Ziellinie zum Stehen, um dann wieder zur letzten Kurve zurückzurutschen.
Die drei Anschieber konnten selbstständig aussteigen, doch Mandlbauer schaffte es zunächst nicht. Als auch er aus dem Schlitten war, hievten die drei Anschieber zusammen mit sechs Helfern den Bob wieder auf seine Kufen. Der Pilot lag auf dem Eis, ein Sanitäter leistete Erste Hilfe.
Lochner führt zur Halbzeit vor Friedrich
Nach wenigen Minuten wurde Mandlbauer auf eine Trage gehoben und unter dem aufmunternden Applaus der Zuschauer in einen Krankenwagen gebracht. Er soll bei Bewusstsein sein, aber über Nackenschmerzen klagen. Der Österreicher befindet sich mittlerweile für eingehende Untersuchungen im Krankenhaus.
Der zweite Lauf war fast 20 Minuten unterbrochen. Im Startbereich mussten die drei deutschen Piloten Johannes Lochner, Francesco Friedrich und Adam Ammour lange warten. Dies scheint sie nicht aus der Konzentration gebracht zu haben. Zur Halbzeit liegt Lochner mit 0:43 Sekunden Vorsprung auf Friedrich klar auf Goldkurs.
Ammour hat sich mit einem brillanten zweiten Lauf auf den Bronzerang vorgeschoben. Sein Vorsprung auf den vierten Platz beträgt 0:12 Sekunden.
Source: welt.de