Künstliche Intelligenz: Hessischer Staatskanzleichef fordert Stellungnahme des Zweites Deutsches Fernsehen

Der hessische Staatskanzleichef Benedikt Kuhn (CDU) hat das ZDF wegen eines fehlerhaften Beitrags mit nicht gekennzeichneten KI-Inhalten zu einer Stellungnahme aufgefordert aufgefordert. „Der Vorfall erfüllt mich mit Sorge“, sagte der Politiker der Nachrichtenagentur dpa.

Kuhn forderte eine Überarbeitung der Anwendung interner KI-Regeln und begrüßte ein vom ZDF angekündigten Maßnahmenkatalog zu dem Thema. Die Verwendung von KI-Inhalten drohe das Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu konterkarieren, sagte er.

Die hessische Landesregierung hat nach Angaben der Staatskanzlei seit Anfang 2026 die Rechtsaufsicht über das ZDF inne. Diese Aufsicht werde für jeweils zwei Jahre durch die Landesregierungen der deutschen Bundesländer ausgeübt. Sie wechsele turnusgemäß und nach alphabetischer Reihenfolge alle zwei Jahre.

ZDF bat um Entschuldigung

Das ZDF hatte mit einem Nachrichtenbeitrag im heute journal über die Einsätze der US-Einwanderungspolizei ICE für Aufsehen gesorgt, weil die Redaktion darin unter anderem mit KI generierte Bilder verwendete. Laut dem Sender sind mit KI generierte Bilder und Videos von Menschen, Ereignissen und politischen Zusammenhängen im Nachrichtenbereich grundsätzlich nicht möglich.

Im heute journal räumte das ZDF später Fehler ein und bat die Zuschauer um Entschuldigung. „Diese Sequenz hätte nach den Regeln des ZDF ohne Kennzeichnung und ohne Einordnung so nicht verwendet werden dürfen“, teilte der Sender mit. Zudem berief der Sender seine New York-Korrespondentin, Nicola Albrecht, nach dem fehlerhaften Beitrag mit sofortiger Wirkung ab.