Säbelrasseln im Weißen Haus: Trump erwägt begrenzten Militärschlag gegen den Iran

Säbelrasseln im Weißen HausTrump erwägt begrenzten Militärschlag gegen den Iran

20.02.2026, 17:40 Uhr

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Kampfjets vom Typ F 18 auf dem Deck der „USS Gerald R. Ford“. Der Flugzeugträger ist derzeit auf dem Weg in den Nahen Osten. (Foto: picture alliance/dpa)

Nach Trumps Worten ist ein US-Militärschlag gegen den Iran nicht vom Tisch. Teherans Außenminister äußert sich dagegen diplomatisch. Die jüngsten Gespräche mit Washington bezeichnet der Diplomat als „sehr gut“.

Im Atomstreit mit dem Iran hat US-Präsident Donald Trump den Druck massiv erhöht und schließt einen begrenzten militärischen Schlag nicht aus. Auf die Frage von Journalisten im Weißen Haus, ob er einen begrenzten Angriff in Erwägung ziehe, um Teheran zu einem Abkommen zu bewegen, sagte Trump: „Ich denke, ich kann sagen, dass ich das in Erwägung ziehe.“ Washington hatte seine Militärpräsenz in der Golfregion zuletzt massiv ausgeweitet. Unter anderem entsandte Trump zwei Flugzeugträger in die Region.

Die militärischen Planungen in Washington sind Insidern zufolge bereits weit fortgeschritten. Zwei US-Regierungsvertreter sagten der Nachrichtenagentur Reuters, die Optionen reichten von gezielten Tötungen einzelner Personen bis hin zu einem erzwungenen Regimewechsel in Teheran, sollte Trump den Befehl dazu geben.

Unterdessen zeigte sich der iranische Außenminister zuversichtlich, dass beide Seiten zu einem diplomatischen Abkommen finden werden. Ein angebliches US-Ultimatum wies er zurück. „Es gibt überhaupt kein Ultimatum und wir sprechen lediglich über ein schnelles Abkommen, an dem beide Seiten interessiert sind“, sagte Abbas Araghtschi in einem Interview des US‑Senders MS NOW.

Am Donnerstag hatte Trump eine Frist für ein Abkommen mit dem Iran genannt und 10 bis 15 Tage als ausreichend bewertet. Das sei „so ziemlich das Maximum“. Zugleich drohte er: „Entweder wir erzielen eine Einigung oder es wird für sie bedauerlich.“ Kurz zuvor hatte Trump bereits gewarnt, die Welt werde „wahrscheinlich in den nächsten zehn Tagen herausfinden“, in welche Richtung es mit dem Iran gehen werde.

Araghtschi bezeichnete die jüngsten Gespräche in Genf mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff sowie Trumps Schwiegersohn Jared Kushner als „sehr gut“. Seinen Angaben zufolge einigten sich beide Seiten in Genf auf „Leitprinzipien“ sowie auf Grundzüge für die Ausgestaltung eines Abkommens. Teheran werde nun einen Entwurf vorbereiten, der beim nächsten Treffen geprüft werden soll. Der schwierige Teil der Verhandlungen bestehe lediglich darin, sicherzustellen, dass das Abkommen für beide Seiten fair, vorteilhaft und gerecht ausfalle, so der iranische Chefdiplomat.

Araghtschi wies Berichte zurück, wonach die USA vom Iran eine vollständige Aussetzung der Urananreicherung forderten. „Die USA haben keine Nullanreicherung verlangt“, sagte er. Zur Debatte stehe lediglich, dass die Anreicherung – und damit das iranische Atomprogramm – friedlich sei und bleibe. Im Gegenzug fordere der Iran die Aufhebung der Sanktionen, so der Minister.

Bei den Verhandlungen geht es um Irans umstrittenes Atomprogramm. Die USA wollen verhindern, dass die Islamische Republik in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Teheran beteuert, das Atomprogramm diene zivilen Zwecken, nicht der Entwicklung von Atomwaffen.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/rts

Source: n-tv.de