RAI-Sportchef tritt zurück: Miese Moderation und Moneten

Paolo Petrecca hat sein Amt als Direktor von RAI Sport an den RAI-Geschäftsführer Giampaolo Rossi zurückgegeben. Italiens öffentlich-rechtliche Senderfamilie teilte mit, dass Petrecca seinen Job nach den Olympischen Winterspielen abgebe. Die Verantwortung für RAI Sport übernimmt vorübergehend der stellvertretende Direktor Marco Lollobrigida.

Petreccas Rücktritt erfolgte, nachdem er wegen seiner katastrophalen Berichterstattung über die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in die Kritik geraten war. Er hatte sich entschlossen, selbst den Abend zu moderieren, nachdem sein Kollege Auro Bulbarelli vorzeitig Details über die Anwesenheit von Staatspräsident Mattarella im San Siro-Stadion bekannt gegeben hatte und deshalb von der anspruchsvollen Aufgabe befreit wurde.

Das Ergebnis war so miserabel, dass die Reporter der RAI ihre Namen unter ihren Beiträgen mehrere Tage lang aus Protest verweigerten. Die Sportredaktion hatte außerdem angekündigt, nach dem Ende der Olympischen Spiele drei Tage lang zu streiken.

Zuletzt war Petrecca, der wegen seiner politischen Nähe zu Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und seiner fachlichen Schwäche als Symbol für „Telemeloni“ gilt, wegen zu hoher Ausgaben in die Kritik geraten. Eine interne Quelle hatte der Presse von astronomischen Summen berichtet, die durch Einstellungen, Beförderungen, Gratifikationen und externe Berater zusammengekommen seien. Die Moderation der Abschlusszeremonie am Sonntag in der Arena von Verona hat die RAI Auro Bulbarelli anvertraut.

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Source: faz.net