Weniger Bürokratie: Kindergeld soll künftig maschinell fließen

Das Kindergeld soll nach der Geburt eines Kindes künftig automatisch ohne Antrag ausgezahlt werden, um Familien von Bürokratie zu entlasten. Dies sieht ein Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums vor. „Wir wollen einen modernen Staat, der für die Menschen da ist“, begründete Finanzminister und SPD-Co-Chef Lars Klingbeil den Vorstoß am Donnerstag. Das Ministerium erwartet, dass dadurch jährlich rund 300.000 Erstanträge wegfallen.
Bisher müssen Eltern Kindergeld bei der Familienkasse beantragen, online oder mit Formular. Im vergangenen Jahr wurden für rund 17,6 Millionen Kinder insgesamt 55,32 Milliarden Euro ausgezahlt. Seit Januar 2026 beträgt das Kindergeld monatlich 259 Euro pro Kind.
Das Gesetz soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Die Umstellung ist im Laufe des Jahres in zwei Stufen geplant: Ab März 2027 soll die Neuerung zunächst für Neugeborene gelten, deren Familien bereits für ältere Kinder Kindergeld beziehen. Ab November soll das Kindergeld dann auch für Neugeborene fließen, die das erste Kind sind.
Voraussetzung soll unter anderem sein, dass das Kind mit mindestens einem Elternteil in Deutschland lebt. Zudem muss eine Bankverbindung vorliegen, und mindestens ein Elternteil muss im Inland arbeiten. Die Auszahlung soll
über den Datenaustausch zwischen Standesämtern, Bundeszentralamt für Steuern (Steuer-ID) und Familienkasse angestoßen werden.
Bundesarbeitsministerin und SPD-Co-Chefin Bärbel Bas erklärte, die Regierung mache jungen Familien das Leben ein Stück einfacher. Damit werde zudem eine Empfehlung der Sozialstaatskommission als erste Maßnahme auf den Weg gebracht.