Nur 51 Prozent dieser Ostdeutschen mit dem Funktionieren dieser Demokratie zufrieden

Für den „Deutschland-Monitor“ wurden Tausende Deutsche zu ihrer Einstellung zu Demokratie und Diktator befragt. Mit dem Funktionieren der Demokratie zeigen sich viele Befragte unzufrieden.

Knapp die Hälfte der Ostdeutschen (49 Prozent) ist laut einer repräsentativen Studie unzufrieden mit dem Funktionieren der Demokratie in Deutschland, 51 Prozent sind zufrieden. 14 Prozent zeigten sich sogar „sehr unzufrieden“. In Westdeutschland liegt die Unzufriedenheit bei 38 Prozent, acht Prozent bezeichneten sich als „sehr unzufrieden“. Das ist ein Ergebnis des „Deutschland-Monitor 2025“ im Auftrag der Bundesregierung, den die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser (SPD) am Donnerstagvormittag in Berlin vorstellen will.

Die Studie mit dem Schwerpunkt „Wie veränderungsbereit ist Deutschland?“ kommt zu dem Ergebnis, dass die Bevölkerung in Deutschland mehrheitlich nicht veränderungsmüde sei. Dabei zeigen sich kaum Ost-West-Unterschiede. So erklärt sich ein knappes Viertel der Befragten (23 Prozent) offen für gesellschaftlichen Wandel und nimmt ihn als Chance wahr. Gut die Hälfte (52 Prozent) steht dem Wandel ambivalent gegenüber. Nur ein Viertel (26 Prozent) äußert sich kritisch und verbindet Veränderungen primär mit Risiken.

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Allerdings stehen der Studie zufolge Menschen, die über ein höheres Einkommen und Bildungsniveau verfügen, sowie jene, die eine positive Entwicklung für sich selbst oder für Deutschland erwarten, auch gesellschaftlichen Veränderungen deutlich positiver gegenüber. Veränderungen werden zudem eher akzeptiert, wenn der Staat als handlungsfähig und gestaltend empfunden sowie seine Entscheidungen nachvollziehbar und transparent kommuniziert werden.

Fragen nach einer „einzigen starken Partei“ und „starken Führungspersönlichkeiten“

In der Umfrage fragten die Forscher auch nach Demokratie und Diktatur und versuchten nach eigenen Angaben, mit indirekten Fragen den „Graubereich“ auszuleuchten. Etwa ein Fünftel der Menschen in Deutschland sei empfänglich für autoritäre Ideen, in Ostdeutschland sogar ein Viertel, heißt es.

So stimmten bundesweit 31 Prozent der Aussage zu: „Was Deutschland jetzt braucht, ist eine einzige starke Partei, die den Willen des Volkes insgesamt verkörpert.“ Weitere 23 Prozent stimmen zumindest zum Teil zu. In Ostdeutschland liegt die volle Zustimmung bei 35 Prozent, weitere 26 Prozent sagen teils/teils.

Dass politische Entscheidungen von einer „starken Führungspersönlichkeit“ ohne Rücksicht auf das Parlament getroffen werden sollten, unterstützen bundesweit 11 Prozent, weitere 21 Prozent sagen: teils/teils. Auch hier ist die Quote in Ostdeutschland höher: 15 Prozent bejahen das voll, weitere 22 Prozent teilweise.

Die These „Unter bestimmten Umständen ist eine Diktatur die bessere Staatsform“ tragen bundesweit vier Prozent ganz und weitere sieben Prozent teilweise mit. In Ostdeutschland findet dies bei sechs Prozent der Befragten volle Zustimmung, weitere zwölf Prozent sagen teils/teils.

Die Studie wird vom Zentrum für Sozialforschung Halle, der Universität Jena sowie dem Leibnitz-Institut GESIS erstellt. Der Deutschland-Monitor basiert auf einer repräsentativen, bundesweiten Erhebung mit mehr als 4.000 Interviews.

epd/dpa/ceb

Source: welt.de