Zuckerberg sagt in Prozess um Social-Media-Suchtpotenzial aus

Mark Zuckerberg

Stand: 19.02.2026 02:24 Uhr

Es ist ein möglicherweise wegweisender Prozess in den USA: Eine 20-jährige Klägerin wirft Online-Plattformen vor, dass ihre Dienste süchtig machten. Nun trat Meta-Chef Zuckerberg in den Zeugenstand und verteidigte den Konzern.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat in einem US-Prozess um das Suchtpotenzial sozialer Medien die Vorgehensweise seines Unternehmens verteidigt. So sagte Zuckerberg, dass der Facebook-Konzern Meta keine Ziele für Nutzungszeiten seiner Apps mehr setze, wie das „Wall Street Journal“ aus dem Gerichtssaal in Los Angeles berichtete.

Der Meta-Chef räumte aber auch vorübergehende Mängel bei der Alterskontrolle ein. So habe man minderjährige Nutzer in der Vergangenheit nur schleppend identifiziert. Auf Dienste des Konzerns wie Instagram greifen teils auch unter 13-Jährige zu, obwohl das gegen die Nutzungsbedingungen verstößt. Ihre Accounts würden entfernt, wenn dies auffalle, sagte Zuckerberg dem Fernsehsender CNBC zufolge.

Klage gegen Youtube und Instagram

In dem Prozess wirft die 20-jährige Klägerin Online-Plattformen vor, sie hätten ihre Dienste absichtlich so gestaltet, dass Nutzer süchtig danach werden. Dabei geht es etwa um die Funktion, bei der man immer weiter zum nächsten Beitrag weiterscrollen kann. Die Frau fing ihren Angaben zufolge bereits als Kind an, die Plattformen zu nutzen – und führt ihre Depressionen und Angstzustände darauf zurück.

Die Klage richtet sich aktuell gegen Googles Videoplattform Youtube und Instagram. Die Unternehmen hinter den ursprünglich ebenfalls verklagten Konkurrenten Snapchat und Tiktok waren durch einen Vergleich dem Prozess entgangen.

Der Ausgang des Verfahrens könnte wegweisende Wirkung für hunderte weitere Klagen ähnlicher Art haben.

Source: tagesschau.de