NIQ Geomarketing-Studie: Das sind die Städte mit dem höchsten Anteil an jungen Haushalten

Der Anteil der jungen Haushalte ist in Heidelberg am größten. Knapp ein Viertel der Haushalte hat einen Haushaltsvorstand im Alter von unter 30.

Der demographische Wandel prägt auch die Altersstruktur in deutschen Haushalten. Wie stark zeigt eine Untersuchung von NIQ Geomarketing. Demnach ist gerade einmal in jedem zehnten Haushalt der Haushaltsvorstand unter 30 Jahre alt. Dabei konzentrieren sich diese Haushalte vor allem auf bestimmte Standorte.

Universitätsstädte führen bei jungen Haushalten, ländliche Kreise im Osten weisen die meisten Seniorenhaushalte auf – so lautet das Ergebnis der Studie „NIQ Bevölkerungsstrukturdaten 2025“. Demnach gibt es in Heidelberg bundesweit die meisten jungen Haushalte. Dort ist in knapp 24% der Haushalte der Haushaltsvorstand unter 30 Jahren, was mehr als dem Doppelten des bundesweiten Durchschnitts (11,2%) entspricht. Der Haushaltsvorstand ist die Person mit dem höchsten Nettoeinkommen im Haushalt. In 37,9% aller deutschen Haushalte ist diese Person 60 Jahre und älter.

Junge Haushalte vor allem in Universitätsstädten

„Unsere Bevölkerungsstrukturdaten zeigen, dass der Haushaltsvorstand in Deutschland insgesamt immer älter wird – ein Trend, der sich seit Jahren durch niedrige Geburtenraten und eine steigende Lebenserwartung verstärkt“, sagt Alexandra Deutsch, NIQ-Expertin im Bereich Geomarketing, zu den Ergebnissen. Gleichzeitig machten Universitätsstandorte wie Heidelberg sichtbar, wie stark Bildungszentren junge Haushalte anziehen. Diese Städte profitierten nicht nur von Studierenden, sondern auch von jungen Berufstätigen in der frühen Karrierephase, die ihre erste eigene Haushaltsgründung vollziehen. „Für Handel, Immobilienwirtschaft und kommunale Planung entstehen dadurch sehr unterschiedliche regionale Anforderungen – je nachdem, ob junge oder ältere Haushalte dominieren“, so Deutsch weiter. 

„Für Handel, Immobilienwirtschaft und kommunale Planung entstehen durch die Altersstruktur der Haushalte sehr unterschiedliche regionale Anforderungen – je nachdem, ob junge oder ältere Haushalte dominieren.“

Alexandra Deutsch, NIQ-Expertin im Bereich Geomarketing

Studentenstädte dominieren bei jungen Städten

Insgesamt weisen 105 aller 400 deutschen Stadt- und Landkreise einen überdurchschnittlichen Anteil an jungen Haushalten auf. Nach Heidelberg ist der Anteil besonders hoch in Regensburg (22,5%), Freiburg im Breisgau (19,3%), Würzburg (19,3%) und Münster (19%). In den Top 10 sind ausschließlich Stadtkreise zu finden.

Seniorenhaushalte vor allem auf dem Land und im Osten

Laut NIQ Geomarketing finden sich Haushalte, in denen der Haushaltsvorstand 60 Jahre oder älter ist, vor allem in ländlichen Regionen und im Osten Deutschlands – nicht zuletzt, weil Jüngere in den vergangenen Jahrzehnten verstärkt in wirtschaftlich stärkere Ballungszenten abgewandert seien. So belegt der Landkreis Spree-Neiße, der bei den jungen Haushalten deutschlandweit mit 4,9% den letzten Platz belegt, die Rangliste der Seniorenhaushalte an. Dort ist in jedem zweiten Haushalte die Person mit dem höchsten Nettoeinkommen über 59 Jahre alt.  

Zur Studie

Bei den „NIQ Bevölkerungsstrukturdaten“ handelt es sich um soziodemografische Daten auf verschiedenen regionalen Ebenen. Sie beschreiben Bevölkerung und Haushalte in Deutschland hinsichtlich ihrer Haushaltsstruktur (Ein- und Mehrpersonenhaushalte mit und ohne Kinder), der Altersstruktur (Alter des Haushaltsvorstands) sowie der Einkommensstruktur (Unterscheidung von neun Einkommensklassen). Daneben liegen auch Daten zur Bebauungsstruktur (Ein- und Zwei-, sowie Mehrfamilienhäuser usw.) vor. Die NIQ Bevölkerungsstrukturdaten werden in Marketing und Vertrieb von Unternehmen zur Zielgruppenlokalisierung eingesetzt. Sie zeigen beispielsweise detailliert, wo es sich lohnt, für bestimmte Produkte zu werben. 

Auch im zweitplatzierten Erzgebirgskreis ist in der Hälfte aller Haushalte der Haushaltsvorstand 60 Jahre oder älter. Beide Kreise liegen damit rund 29% über dem Bundesdurchschnitt. Insgesamt weisen 281 von 400 Kreisen einen überdurchschnittlichen Anteil an Seniorenhaushalten auf. Heidelberg liegt hier mit 28,8% auf dem letzten Platz und 26% unter dem Bundesschnitt.