Verhandlungen in Genf: Iran sieht nachher Gesprächen mit USA erste Fortschritte
Rund drei Stunden dauerten die Verhandlungen zwischen den USA und Iran in Genf. Irans Außenminister zufolge verständigten sich beide Seiten dabei auf „Leitprinzipien“. Er dämpfte aber Hoffnungen auf einen raschen Durchbruch.
Begleitet von iranischen Raketenübungen haben Vertreter Irans und der USA in Genf unter anderem über das Atomprogramm Teherans verhandelt. Die indirekten Gespräche unter Vermittlung Omans dauerten nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens rund drei Stunden.
Dabei wurde nach iranischen Angaben eine erste diplomatische Annäherung erzielt. Beide Seiten hätten sich auf die wichtigsten „Leitprinzipien“ für das weitere Vorgehen verständigt, sagte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi nach dem Treffen. Auf deren Grundlage könne ein Abkommen erzielt werden.
Noch kein Termin für Folgetreffen
Zugleich dämpfte er Hoffnungen auf ein baldiges Abkommen. Die Gespräche in Genf seien „konstruktiver“ als in der ersten Runde in Oman gewesen. Dies bedeute jedoch nicht, „dass wir schnell zu einem Abkommen kommen können“. Es werde Zeit brauchen, die Kluft zwischen den Positionen beider Seiten zu verringern.
„Wir hoffen, dass dieser Prozess so bald wie möglich abgeschlossen werden kann, und wir sind bereit, ihm genügend Zeit zu widmen“, sagte Araghtschi. Ein Termin für eine dritte Verhandlungsrunde stehe noch nicht fest.
Oman: „Konstruktive Atmosphäre“
Omans Außenminister Sayyid Badr bin Hamad bin Hamoud al-Busaidi sprach ebenfalls von einer konstruktiven Atmosphäre. Es bleibe jedoch viel zu tun, schrieb er auf X. „Die Parteien haben sich vor der nächsten Sitzung auf klare nächste Schritte geeinigt.“ Konkreter wurde er nicht.
Die USA äußerten sich bisher nicht dazu. Sie waren bei den Verhandlungen durch die Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner vertreten. Trump hatte zuvor gesagt, er werde indirekt in diese Gespräche involviert sein. Der Republikaner drohte der iranischen Regierung auch mit Konsequenzen im Falle einer ausbleibenden Einigung bei den Gesprächen.
Drohungen vor den Gesprächen
Die USA wollen verhindern, dass die Führung in Teheran in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Irans Regierung zeigt sich bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen, fordert im Gegenzug jedoch die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen. Andere Themen wie das Raketenprogramm oder die Unterstützung militanter Gruppen schloss Teheran aus.
Die Gespräche laufen vor dem Hintergrund einer militärischen Drohkulisse. Im Januar ließ Irans Staatsapparat Massenproteste im eigenen Land brutal niederschlagen, Tausende Menschen wurden getötet.
Trump drohte der iranischen Führung daraufhin mit militärischem Eingreifen und ließ die Militärpräsenz rund um den Iran verstärken. Inzwischen haben die USA einen zweiten Flugzeugträger in die Region entsandt.
Iranisches Marinemanöver
Die iranische Revolutionsgarde feuerte parallel zu den Verhandlungen mit den USA bei einem Marinemanöver Raketen auf Ziele im Meer. Unmittelbar zu Beginn der Gespräche meldeten Staatsmedien, dass Teile der strategisch wichtigen Straße von Hormus aus Sicherheitsgründen für einige Stunden gesperrt würden.
Seit den Massenprotesten ist Irans Führung innenpolitisch so stark unter Druck wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Protestbewegung sieht einen möglichen Deal mit der aktuellen Führung kritisch.
Source: tagesschau.de