Mit 84 Jahren: US-Bürgerrechtsaktivist Jesse Jackson gestorben

Der amerikanische Bürgerrechtsaktivist Jesse Jackson im Alter von 84 Jahren gestorben. Er sei „friedlich verstorben“, teilte seine Familie am Dienstag mit, ohne die Todesursache zu nennen. Jackson gehörte in den vergangenen Jahrzehnten zu den einflussreichsten schwarzen Persönlichkeiten der USA.
Nach dem Mord an George Floyd 2020 trat er wieder häufiger in der Öffentlichkeit auf. Bei den Großdemonstrationen der „Black lives matter“-Bewegung marschierte der Bürgerrechtler zumeist in der ersten Reihe mit, gezeichnet von seiner Parkinson-Erkrankung.
Für ihn gehörte Rassentrennung zum Alltag
Die Bewegung hatte freilich längst andere Anführer. Die Generation derer, die einst mit Martin Luther King für den gewaltfreien Protest gegen die Diskriminierung der Afroamerikaner kämpfte, ist abgetreten.
Für Jackson, der 1941 im Bundesstaat South Carolina geboren wurde, gehörte die Rassentrennung zum Alltag. Lange vor seiner Ordination zum Pfarrer hatte er begonnen, sich in der Bürgerrechtsbewegung zu engagieren. 1960 zählte er zu den „Greenville Eight“, die mit einem Sit-in dagegen protestierten, dass die örtliche Bücherei nur Weißen Zutritt erlaubte. Später, beim Marsch von Selma nach Montgomery, zählte er schon zum engeren Umfeld Kings.
In den Achtzigerjahren bewarb sich Jackson zweimal erfolglos um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. Als Barack Obama am Abend der Präsidentenwahl 2008 in Chicago seinen Wahlsieg feierte, stand unter den Tausenden im Grant Park auch Reverend Jackson und wischte sich die Tränen aus den Augen. Die Früchte der Bürgerrechtsbewegung erntete eine neue Generation.
Source: faz.net