Verluste und Krise: Warum die Aktie dieser Deutschen Pfandbriefbank hinaus ein Rekordtief fällt

Die Aktie des Immobilienfinanzierers Deutsche Pfandbriefbank (PBB) erholt sich langsam, nachdem sie am Freitag auf ein Rekordtief abgesackt war. Zuvor hatte der Aktienkurs bereits seit Anfang des Jahres um fast zehn Prozentpunkte nachgegeben. Die Papiere des Immobilienfinanzierers brachen zwischenzeitlich bis auf 3,594 Euro ein. Grund für den Rekordverlust ist die Verschiebung der Gewinnziele für 2027. Zudem kündigte PBB an, dass es für das vergangene Jahr keine Dividende geben werde. Innerhalb eines Jahres hat die Aktie der Deutschen Pfandbriefbank fast 37 Prozent an Wert verloren. Mit einem Minus von fast elf Prozent waren die Anteilscheine zuletzt das klare Schlusslicht im S-Dax. Der Nebenwerteindex legte etwas zu.
Die Deutsche Pfandbriefbank kommt auch nach ihrem teuren Rückzug aus den USA nicht aus der Krise. Im vergangenen Jahr rutschte sie noch tiefer in die roten Zahlen als von Analysten erwartet, zudem enttäuschte die Höhe des für 2026 in Aussicht gestellten Vorsteuergewinns. Weil sich der Immobilienmarkt zu wenig erholt, verschob Vorstandschef Kay Wolf seine bisherigen Mittelfristziele für die operativen Erträge und die Rendite auf das materielle Eigenkapital von 2027 auf 2028 oder später.
Analysten reagieren auf Verluste der Deutsche Pfandbriefbank
Das in die Zukunft verschobene Profitabilitätsziel zeige, dass die „Bremsstrecke“ des US-Ausstiegs länger als zuvor gedacht sei, schrieb Analyst Andreas Pläsier von Warburg Research. Zudem wögen die laufenden Kosten für die Risikovorsorge in den USA und die schleppende Markterholung schwerer als erwartet. Infolgedessen werde das allmähliche Umsatzwachstum im europäischen Gewerbeimmobilienfinanzierungsgeschäft den Verlust des US-Geschäfts nur langsamer ausgleichen.
Von acht Analystenhäusern raten zwei zum Kaufen und jeweils drei zum Halten und zum Verkaufen. Jochen Schmitt vom Bankhaus Metzler senkte das Ziel der Aktie von 3,80 Euro auf 3,20 Euro. Auch Steven Gould von der deutsch-französischen Finanzgruppe Oddo BHF senkte das Kursziel von 4,40 Euro auf 3,70 Euro.
Experten hatten mit 100 Millionen mehr Gewinn gerechnet
Im vergangenen Jahr verbuchte der Gewerbeimmobilien-Finanzierer wegen seines Ausstiegs aus dem desolaten US-Geschäft einen Verlust von 250 Millionen Euro vor Steuern, wie er auf Basis vorläufiger Zahlen überraschend in Garching mitteilte.
Für 2026 stellt Vorstandschef Wolf nun einen Vorsteuergewinn von 30 bis 40 Millionen Euro in Aussicht. Branchenexperten hatten im Schnitt mit rund 100 Millionen mehr gerechnet.
Zudem fiel das Minus von 2025 noch höher aus als von Analysten im Schnitt erwartet. Selbst in den Jahren 2023 und 2024 hatte die Pfandbriefbank vor Steuern jeweils noch um die 100 Millionen verdient, obwohl sich die Krise damals schon in den Zahlen abzeichnete. Vorstandschef Wolf hatte die Führung des Instituts Anfang 2024 vom langjährigen Bankchef Andreas Arndt übernommen. Noch im selben Jahr kassierte er die Mittelfristpläne seines Vorgängers und setzte sich deutlich bescheidenere Ziele. Nun macht er auch davon noch einmal Abstriche.
Verluste aufgrund von Rückzug aus USA
„Die Transformation der Bank erfordert aufgrund des US-Exits und der schleppenden Markterholung mehr Zeit, als wir ursprünglich erwartet haben“, sagte er am Freitag laut Mitteilung. Ohne stärkeren Rückenwind aus dem Markt werde die Bank ihre wesentlichen strategischen Finanzziele voraussichtlich nicht vor dem Jahr 2028 erreichen.
Bisher hatte sich Wolf bis 2027 zum Ziel gesetzt, die operativen Erträge des Instituts auf 600 Millionen Euro zu treiben. Zugleich sollte die Bank eine Rendite auf das materielle Eigenkapital von acht Prozent erreichen.
Die PBB hatte sich erst 2017 auf den US-Markt gewagt und wegen der dortigen Immobilienkrise im Juni vergangenen Jahres die Reißleine gezogen. „Die Risiken in den USA und aus Projektfinanzierungen hat die Bank weitgehend abgeschirmt und in Teilen bereits deutlich reduziert“, hieß es mit Blick auf 2026.
Im vergangenen Jahr sanken die operativen Erträge der Bank auch wegen des Rückzugs aus den USA um mehr als ein Fünftel auf 422 Millionen Euro. Im laufenden Jahr dürften sie dem Management zufolge mit 375 bis 425 Millionen Euro eher niedriger als höher ausfallen. Immerhin: Das Neugeschäft zog 2025 um knapp ein Viertel auf rund 6,3 Milliarden Euro an. Für 2026 nimmt sich Wolf einen Anstieg auf 7,5 bis 8,5 Milliarden vor. Weitere Details zu 2025 will die Pfandbriefbank wie geplant am 5. März veröffentlichen und den vollständigen Geschäftsbericht am 28. März vorlegen.
Source: faz.net