Ausschluss von Olympischen Winterspielen: Selenskyj ehrt Skeletoni Heraskewytsch mit Staatsorden
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den von den Olympischen Winterspielen ausgeschlossenen
Skeleton-Fahrer Wladyslaw Heraskewytsch mit dem ukrainischen Orden der Freiheit ausgezeichnet. Bei einem Zusammentreffen am Rande der Münchener Sicherheitskonferenz dankte Selenskyj dem Sportler abermals für dessen Haltung im Konflikt mit dem
Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Heraskewytsch war zuvor von den Olympischen Winterspielen in Italien ausgeschlossen worden, weil er mit einem Helm an im Krieg mit
Russland getötete Athleten erinnerte.
„Medaillen sind wichtig
für die Ukraine und für Sie, aber das Wichtigste ist, wer Sie
sind“, sagte Selenskyj. Er
habe großen Respekt vor allen Olympioniken, die Heraskewytsch
und seine Haltung unterstützt hätten.
Selenskyj dankt dem Sportler für dessen Haltung und Mut
Weiter schrieb der Präsident auf X: „Die Ukraine wird immer Sieger und Olympioniken
haben. Doch der größte Schatz der Ukraine sind vor allem die Ukrainer –
jene, die die Wahrheit und die Erinnerung an die von Russland getöteten
Sportler bewahren, an Athleten, die aufgrund der russischen Aggression
nie wieder antreten werden.“
Bei dem Treffen bei der Münchener Sicherheitskonferenz zeigte der Skeleton-Fahrer Selenskyj den Helm mit Porträts von rund 20 Athletinnen und Athleten, die infolge
des russischen Angriffskriegs ums Leben gekommen sind. Auch Heraskewytschs
Vater Mykhailo war bei dem Treffen dabei. „Vielen Dank für
Ihre Haltung, Ihre Stärke und Ihren Mut“, schrieb Selenskyj später an Heraskewytch gerichtet auf X. Er hatte die geplante Auszeichnung des Athleten am Donnerstag angekündigt.
Einspruch gegen Ausschluss vor dem Internationalen Sportgerichtshof scheiterte
Heraskewytsch hatte sich am Donnerstag vor dem
Start des ersten Durchgangs in Cortina d’Ampezzo geweigert, auf das
Tragen seines Gedenkhelms zu verzichten. Das IOC hatte dem Ukrainer die
Erlaubnis verweigert, mit dem Helm seinen Wettkampf zu bestreiten.
Der ukrainische Sportler war daraufhin vom Weltverband IBSF (Internationaler Bob & Skeleton-Verband) vom olympischen Skeleton-Rennen ausgeschlossen worden. Mehrere EU-Abgeordnete kritisierten den Umgang des Komitees mit dem Athleten. Heraskewytsch selbst erhob Einspruch gegen die Entscheidung, die am Freitag vom Internationalen Sportgerichtshof CAS jedoch bestätigt wurde. Damit wird Heraskewytsch auch nicht nachträglich zum Wettbewerb zugelassen.
„Von Tag eins an habe ich gesagt, dass ich
glaube, dass ich im Recht bin“, hatte Heraskewytsch nach einer knapp
dreistündigen Anhörung vor der CAS-Schiedsrichterin, der
deutschen Rechtsanwältin Annett Rombach, gesagt. Mit einer ukrainischen
Flagge um seinen Körper sagte Heraskewytsch: „Ich bereue nichts.“