Olympiasieger drückt Bundeskanzler Merz am Telefon weg

Stell Dir vor, der Kanzler will Dich erreichen, aber Du nimmst nicht ab, weil Dir was merkwürdig vorkommt. Passiert ist es Rodel-Olympiasieger Max Langenhan. Außerdem: Auf dem Weg zum Eishockey wird ein seit 16 Jahren flüchtiger Verbrecher gefasst. Alle News im Olympia-Ticker.

Vom 6. bis zum 22. Februar finden in Mailand und Cortina d’Ampezzo die Olympischen Winterspiele statt. Rund 2900 Sportlerinnen und Sportler aus 90 Nationen kämpfen in 116 Wettbewerben um die Medaillen. Bleiben Sie mit dem WELT-Liveticker stets auf dem Laufenden über alles Wissenswerte zum heutigen Olympia-Tag:

9.59 Uhr: Doping-Suspendierung von Italiens Biathletin Passler aufgehoben

Die italienische Biathletin Rebecca Passler darf nach ihrer vorläufigen Suspendierung wegen eines positiven Dopingbefunds nun doch bei den Olympischen Winterspielen in ihrer Heimat starten. Das entschied das Berufungsgericht von Italiens nationale Anti-Doping-Behörde Nado. Zuvor war der Fall von der Ad-hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichtshof Cas in Mailand dorthin verwiesen worden. Die 24-jährige Passler war gegen ihren Olympia-Ausschluss mit einem entsprechenden Antrag vorgegangen und hatte damit Erfolg.

Passler hatte gefordert, die Sperre wegen fehlender Absicht aufzuheben und ihr eine Olympia-Teilnahme in Antholz zu ermöglichen. Sie war bei einer Kontrolle außerhalb des Wettkampfs im Januar laut Italiens Anti-Doping-Behörde positiv auf Letrozol getestet worden. Mit dem Medikament kann der Östrogenspiegel gesenkt werden, hauptsächlich wird es aber zur Krebsbehandlung eingesetzt. Die Biathletin argumentierte, es habe sich um einen Fall von Verunreinigung gehandelt, sie treffe keine Schuld. Das konnte sie in dem Eilverfahren glaubhaft nachweisen.

9.04 Uhr: In einem Hotel in Mailand kämpft Heraskewytsch um sein Recht

Das Eilverfahren um den Ausschluss des Ukrainers Wladislaw Heraskewytsch von den olympischen Skeleton-Wettbewerben hat in einem Hotel in Mailand begonnen. Der 27-Jährige kämpft in einer Anhörung vor der Ad-hoc-Kommission des Internationalen Sportgerichtshofes Cas gegen die Entscheidung des zuständigen Weltverbandes IBSF, ihn von den Rennen in Cortina d’Ampezzo zu disqualifizieren. Hintergrund war, dass Heraskewytsch sich geweigert hatte, auf das Tragen eines vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) verbotenen Helms mit Bildern von im Krieg gegen Russland getöteten Sportkollegen zu verzichten.

Heraskewytsch argumentiert, es habe bereits ähnliche Fälle bei Olympia ohne drastische Sanktionen gegeben, und sieht keinen Regelbruch. Er verlangt vor dem Cas die Aufhebung der Entscheidung und seine sofortige Wiederzulassung zu den Winterspielen. Alternativ müsse ihm ein vorläufiger Start unter Überwachung des Cas ermöglicht werden, bis ein Urteil vorliegt. Sein Ziel sei es, doch noch am Skeleton-Wettbewerb teilzunehmen. Allerdings wurden die ersten beiden Läufe bereits am Donnerstag absolviert. Für heute Abend ab 19.30 Uhr ist die Medaillenentscheidung mit den Läufen drei und vier geplant.

8.33 Uhr: Die Geissens, Friedrich Merz – und der Fauxpas des Max Langenhan

Gold gewonnen, Merz verpasst. Oder so: Zweimal Olympia-Gold – aber ein Anruf ging daneben. Rodel-Olympiasieger Max Langenhan sorgte nach seinem zweiten Triumph im Team-Wettbewerb in der Mixed Zone für eine herrlich ehrliche Beichte. „Mir ist ein kleiner Fauxpas passiert, muss ich ehrlich sein“, sagte der Doppel-Olympiasieger grinsend. „Ich hatte eine kurze Nacht – das verschönert aber natürlich nichts.“ Was war passiert? Langenhan wartete an der Bushaltestelle auf sein Shuttle und vertrieb sich die Zeit mit einem Video. „Ich habe mir ein cooles Video von den Geissens angeschaut. Robert und Carmen haben mir ja gratuliert“, erzählte er.

Dann klingelte sein Handy: „Da hat mich eine Nummer angerufen. Ich bin aber nicht rangegangen, weil ich sie nicht eingespeichert hatte. Und ich habe mir eins geschworen: Ich gehe nicht an unbekannte Nummern ran.“ Also wischte er den Anruf weg. Erst später die Überraschung: „Es hat sich herausgestellt – es war Friedrich Merz.“ Langenhan nimmt’s mit Humor: „Lieber Friedrich, lieber Herr Merz, es tut mir super leid. Vielleicht schaffen wir es ja noch, zu telefonieren.“

8.03 Uhr: Das wird heute bei Olympia wichtig

Sieben Medaillenentscheidungen stehen an diesem Freitag auf dem Programm. Gute Chancen auf Edelmetall haben gleich zwei deutsche Skeleton-Fahrer. Sie liegen nach zwei von vier Läufen auf Medaillenkurs.

  • 14:00 Uhr: Die deutschen Biathlon-Männer hoffen im Sprint in Antholz auf eine Überraschung. Philipp Nawrath und Philipp Horn dürften die größten Chancen haben.
  • 19:00 Uhr: Im Eiskunstlaufen sind in der Kür der Männer alle Augen auf Superstar Ilia Malinin aus den USA gerichtet.
  • 21:05 Uhr: Die größten deutschen Medaillenchancen gibt es im Skeleton der Männer. Nach zwei von vier Läufen liegen Axel Jungk und Christopher auf den Plätzen zwei und drei.

Die restlichen Entscheidungen:

  • Langlauf 11.45 Uhr: 10 km, Männer, Einzel
  • Snowboard 14.46 Uhr: Snowboard Cross, Frauen
  • Eisschnelllauf 16.00 Uhr: 10.000 m, Männer
  • Snowboard 19.30 Uhr: Halfpipe, Männer

7.33 Uhr: 16 Jahre auf der Flucht – Olympialeidenschaft wird Dieb zum Verhängnis

Die italienische Polizei hat einen seit 16 Jahren flüchtigen Dieb aus der Slowakei bei den Olympischen Winterspielen in Mailand festgenommen. Der 44-Jährige sei nach Italien zurückgekehrt, um sein Land bei dem Wettbewerb anzufeuern, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Donnerstag. Die Polizei war auf seine Anwesenheit aufmerksam gemacht worden, als er sich in einer Pension anmeldete.

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Der Dieb befand sich Ansa zufolge am Mittwoch auf dem Weg in die Arena Santa Giulia in Mailand zum Eishockeyspiel der slowakischen Nationalmannschaft, als die Polizei ihn festnahm. Die Behörden brachten ihn daraufhin in das Gefängnis San Vittore, wo er nun wegen einer Reihe von Diebstählen aus dem Jahr 2010 etwas mehr als 11 Monate in Haft verbringen muss.

6.53 Uhr: Europa-Abgeordnete bitten IOC in Helm-Eskalation um Umdenken

Mehrere Europa-Abgeordnete positionieren sich gegen den Olympia-Ausschluss des ukrainischen Skeleton-Piloten Wladislaw Heraskewytsch. „Wir halten den Ausschluss von Wladyslaw Heraskewytsch und das Verbot des Helmes für falsch. Die Sanktionierung des Gedenkens birgt die Gefahr, selbst als politische Entscheidung wahrgenommen zu werden und damit den olympischen Gedanken zu untergraben“, schrieben rund 40 Abgeordnete des Europäischen Parlaments um Initiator Erik Marquardt (Grüne) in einem Brief an das Internationale Olympische Komitee. „Wir fordern das IOC daher dringend auf, diese Entscheidung zu überdenken.“

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Das IOC hatte den ukrainischen Skeletoni von den Wettbewerben in Italien ausgeschlossen. Heraskewytsch wollte mit einem Helm antreten, auf dem Bilder von rund 20 Athletinnen und Athleten zu sehen sind, die infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine ums Leben gekommen sind.

23.40 Uhr: Draisaitls Zaubertor leitet Deutschlands Auftaktsieg ein

NHL-Weltklasse als Unterschied: Die Topstars Leon Draisaitl und Tim Stützle haben das deutsche Eishockey-Team zum erhofften Olympia-Auftakterfolg geführt. Gegen Dänemark gewann das Team von Bundestrainer Harold Kreis verdient mit 3:1.

Stützle gelang dabei ein Doppelpack (25. Minute/31.). Kapitän und Ausnahmestürmer Draisaitl hatte Deutschland bereits nach 23 Sekunden in Führung gebracht. Draisaitl nahm den Puck volley und lenkte ihn so ins Tor der Dänen. Für die Dänen, die reihenweis am starken deutschen Torwart Philipp Grubauer scheiterten, traf nur Oscar Mölgaard. Nach dem Auftaktsieg trifft die DEB-Auswahl am Samstag auf Lettland.

Source: welt.de