Prognose angehoben: Guter Start macht Siemens mutiger

Der Technologiekonzern Siemens ist erfolgreich in das neue Geschäftsjahr 2025/26 (per 30. September) gestartet. „Siemens ist in seinen Wachstumsmärkten sehr gut positioniert“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Roland Busch am Donnerstag. Die Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnete er als starken Wachstumstreiber. Siemens sei ideal positioniert, industrielle KI in die reale Welt zu bringen und mit seinen Partnern zu skalieren.
Im ersten Quartal stieg der Auftragseingang auf vergleichbarer Basis um zehn Prozent in allen industriellen Bereichen. Der Umsatz legte um acht Prozent zu. Einschließlich der Belastungen durch den starken Euro erhöhte sich der Auftragseingang um sieben Prozent auf 21,4 Milliarden Euro und der Umsatz um vier Prozent auf 19,1 Milliarden Euro.
Gewinn steigt um ein Viertel
„Das Team erreichte einen Quartalsrekord mit großen Aufträgen für Rechenzentren für Cloud- und KI-Infrastruktur, hauptsächlich in den USA. Einem weiterhin boomenden Markt“, berichtete Busch. Der Gewinn nach Steuern erreichte 2,2 Milliarden Euro. Das war fast ein Viertel mehr als der Vergleichswert im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis im industriellen Geschäft stieg um 15 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro.
Wieder einmal erwies sich die Sparte Smart Infrastructure, in der das Geschäft mit Elektrifizierung und intelligenter Gebäudetechnik gebündelt ist, als am leistungsstärksten. Auf vergleichbarer Basis stieg der Auftragseingang um 22 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro und der Umsatz um zehn Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Das Ergebnis verbesserte die Sparte, deren Leitung am 1. Juli Technologievorstand Peter Körte von Matthias Rebellius übernehmen wird, um 18 Prozent auf gut eine Milliarde Euro.
Gegenwind durch Autobranche und Maschinenbau
Die Sparte verbesserte das 21. Quartal in Folge ihre operative Ergebnismarge gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zweistellige Wachstumsraten zeigte auch die Kernsparte Digital Industries. Der im Vorstand von Cedric Neike verantwortete Bereich steigerte den Auftragseingang um 13 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro und den Umsatz um zehn Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Das Ergebnis sprang um 37 Prozent auf 804 Millionen Euro.
Digital Industries sei gut ins neue Jahr gestartet, auch wenn das wirtschaftliche Umfeld in wichtigen Branchen nur begrenzt unterstützend gewirkt habe, sagte Busch auf der Telefonkonferenz gegenüber Journalisten. Hier nannte er die Autobranche und den Maschinenbau, die unter Druck gestanden hätten.
Die Zugtechniksparte Mobility verbesserte ihr Ergebnis um 15 Prozent auf 286 Millionen Euro. Der Auftragseingang legte um zehn Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zu und der Umsatz um neun Prozent auf 3,2 Milliarden Euro.
Hohe Nachfrage nach Rechenzentren
Busch hofft auf weitere Aufträge für Mobility, weil Siemens in einigen Ausschreibungen als bevorzugter Bieter feststehe. Die Nachfrage nach Rechenzentren übertraf nach seiner Aussage die Erwartungen deutlich. Die Aufträge erreichten den Rekordwert von 1,8 Milliarden Euro. „Wir haben hier zwei Vorteile: Unsere Produkte sind gefragt, weil wir auch eng beim Design der Architektur der Rechenzentren involviert sind. Und wir sind lieferfähig, weil wir unsere Kapazitäten ausgebaut haben“, sagte er. Das Team habe den Umsatz im ersten Quartal um rund 35 Prozent gesteigert.
Auf der an diesem Donnerstag in der Münchner Olympiahalle stattfindenden Hauptversammlung kann der Siemens-Chef einen höheren Ausblick ankündigen. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie (für den Gewinn nach Steuern) vor Effekten aus der Kaufpreisallokation wird nun in einer Bandbreite von 10,70 bis 11,10 Euro je Aktie erwartet. Zuvor waren es 10,40 bis 11,00 Euro.
Es ist die erste Präsenz-Hauptversammlung seit sechs Jahren. Busch, der seit Februar 2021 Vorstandsvorsitzender ist, präsentiert sich den Aktionären das erste Mal. Am 1. April wird Veronika Bienert das Finanzressort von Thomas übernehmen, wie Siemens am Mittwochabend mitteilte.