„Wuthering Heights“: Jaaaa! Ooooh, jaaaa!

Es ist sehr leicht, diesen Film zu hassen. Allein die demonstrativen Als-ob-Gänsefüßchen auf dem Plakat, „Wuthering Heights“! Als ob Emerald Fennell, die immerhin zuletzt Regie beim Skandalhit Saltburn führte samt Sex-mit-einem-Grab-Schockszene, als ob diese Frau dem weltliterarischen Stoff von Emily Brontë auf Augenhöhe begegnen könnte, statt sich sofort an sämtlichen Gürtellinien zu schaffen zu machen. Als ob Barbie-Sonnenschein Margot Robbie die temperamentvolle britische Catherine darstellen könnte. Und auch ein definierter Jacob-Elordi-Oberkörper macht noch keine tief geplagte Heathcliff-Brust! Wo ist die raffiniert verschachtelte Rahmenhandlung aus Emily Brontës Roman? Warum sieht Margot Robbie aus, als würde sie jeden Moment eine Sonnenbrille aus der neuen Versace-Kollektion aus dem Rock ziehen? Oder Heathcliff, als würde er auf einem Felsen in der englischen Moorlandschaft gleich doomscrollen, so nicht-1801 und anachronistisch sind Kostüm und Make-up. Sollte die Region Yorkshire erhöhte Erdbeben-Vorkehrungen treffen, weil Emily Brontë im Grab Rabatz macht? Und brauchte es wirklich noch eine Verfilmung von Wuthering Heights? Musste sich nach Luis Buñuel und Andrea Arnold jetzt die Knall-und-Gloria-Regisseurin Emerald Fennell an diesen heiligen Stoff machen? Die schnelle Antwort, bevor man rot wird: Jaaaa! Ooooh, jaaaa!