Marktbericht: Bilanzen im Fokus
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Zahlreiche Geschäftsberichte dominieren heute den Handel an der Frankfurter Börse. Der DAX eröffnet etwas tiefer. Zudem geht der Blick zur Wall Street, die neue Daten vom US-Arbeitsmarkt erwartet.
Zur Wochenmitte startet der DAX nach durchwachsenen US-Vorgaben moderat schwächer und bleibt damit unterhalb der Marke von 25.000 Punkten. Das Vortageshoch von 25.075 Punkten und das Vorwochenhoch bei knapp 25.100 Zählern werden damit zunächst nicht erreicht. Am Dienstag ging der deutsche Leitindex knapp im Minus bei 24.987 Punkten aus dem Handel. Thema des Tages ist hierzulande die fortlaufende Berichtssaison der Unternehmen.
Der MDAX der mittelgroßen Werte gibt im frühen Geschäft 0,4 Prozent nach. Im Fokus stehen im Index die Aktien der Lufthansa, die über drei Prozent verlieren. Das Unternehmen erwartet für Donnerstag einen ganztägigen Streik der Piloten und der Flugbegleiter. Hintergrund ist ein Streit um Pensionen.
Im SDAX verlieren die Papiere des Düsseldorfer Spezialverpackungsherstellers Gerresheimer dramatisch fast ein Drittel ihres Wertes. Der Grund für den Absturz: Das Unternehmen verschiebt seine Bilanzvorlage wegen Unstimmigkeiten.
Mit Siemens Energy hat heute der DAX-Shootingstar des letzten Börsenjahres seine Bücher geöffnet. Der Energietechnikkonzern wurde im ersten Geschäftsquartal weiter von einer hohen Stromnachfrage seiner Kunden gestützt. Das Unternehmen profitiert neben dem klassischen Kraftwerksgeschäft unter anderem vom Bau neuer Rechenzentren, die für KI-Anwendungen gebraucht werden.
Künstliche Intelligenz hat einen besonders hohen Rechen- und damit Strombedarf. Zur Eröffnung steigt die Aktie von Siemens Energy um über fünf Prozent und liegt an der DAX-Spitze.
Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für Siemens Energy mit einem Kursziel von 160 Euro auf „Overweight“ belassen. Die Münchner seien stark ins Geschäftsjahr gestartet, schrieb Phil Buller nach den Zahlen. Im Bereich Gas Services und beim Cashflow seien die Erwartungen klar getoppt worden. Die Verluste der Windkrafttochter Gamesa seien inzwischen zu vernachlässigen.
Trotz bereits am Vorabend vorgelegter solider Quartalszahlen geben Commerzbank-Aktien dagegen nach. Die Bank nimmt sich im Abwehrkampf gegen die italienische UniCredit für 2026 eine noch stärkere Gewinnsteigerung vor. Der Überschuss soll über die bisherige Zielmarke von 3,2 Milliarden Euro hinaus klettern, wie der DAX-Konzern in Frankfurt mitteilte. Analysten hatten jedoch im Schnitt noch mehr erwartet. Bis 2028 soll der Gewinn wie geplant weiter auf 4,2 Milliarden Euro steigen.
Nach gemischt ausgefallenen Konzernbilanzen haben die US-Börsen am Dienstag uneinheitlich geschlossen. Der Dow Jones, der Leitindex der Standardwerte, legte 0,1 Prozent auf 50.188 Punkte zu. Zuvor hatte er bei 50.512 Punkten noch ein Rekordhoch markiert.
Der technologielastige Nasdaq-Index gab indes 0,6 Prozent auf 23.102 Zähler nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,3 Prozent auf 6.942 Stellen ein. Der Auswahlindex Nasdaq 100 sank um 0,2 Prozent auf 25.220 Zähler.
Im frühen Handel hatte der Dow sein Rekordhoch noch bis auf fast 50.513 Punkte hochgeschraubt, geriet danach aber nach Kommentaren aus der Notenbank Federal Reserve (Fed) unter Druck. Laut der Präsidentin der Federal Reserve Bank of Cleveland, Beth Hammack, könnten die Zinsen für längere Zeit unverändert bleiben. Die Auswirkungen der jüngsten Zinssenkungen sollten erst einmal bewertet und die weitere Entwicklung der Wirtschaft beobachtet werden.
Am Nachmittag erwartet der Markt gespannt neue Arbeitsmarktdaten für den Januar, traditionell ein wichtiger Indikator für die weitere Geldpolitik der Fed.
Source: tagesschau.de