Modekonzern: Hugo Boss diskutiert zusätzlich weniger Homeoffice-Tage

Das Management des baden-württembergischen Modeherstellers Hugo Boss diskutiert über die derzeit für das Unternehmen geltenden Homeoffice-Regeln. Wie das „Manager Magazin“ berichtet, hat sich das Unternehmen von Personalchef Jochen Eckhold getrennt, weil der 56 Jahre alte Manager eine von Vorstandschef Daniel Grieder geforderte striktere Regelung nicht mittragen wollte. Bei Hugo Boss müssen Mitarbeiter bislang drei Tage in der Woche im Büro anwesend sein. Unter Berufung auf Insider berichtet das Magazin, dass Grieder die Vorgabe auf vier Tage erhöhen wollte, Eckhold sich aber gegen die Verschärfung der Regel ausgesprochen habe.

Das Unternehmen selbst erklärt, dass es für das Ausscheiden Eckholds nicht nur einen einzigen Grund gäbe und es nicht ungewöhnlich sei, wenn es nach so langer Zeit einen Wechsel auf der Position gebe. Eckhold arbeitete seit dem Jahre 2019 für das Unternehmen. Auf die Frage, ob Hugo-Boss-Chef Grieder die Präsenzpflicht für die Mitarbeiter auf vier Tage erhöhen will, sagte eine Sprecherin der F.A.Z., dass dies noch nicht entschieden sei.

Der neue Personalchef kommt von Puma

Nachfolger Eckholds in der Zentrale von Hugo Boss in Metzingen wird Dietmar Knoess, der bis Oktober vergangenen Jahres die Personalabteilung beim Sportartikelhersteller Puma geleitet hat. Für den 58 Jahre alten Manager ist es eine Rückkehr: Von 2006 bis 2010 war er schon einmal bei dem Modeunternehmen beschäftigt, bevor er zu Puma nach Herzogenaurach wechselte.

Der Personalchefwechsel fällt in eine Zeit, in der Vorstandschef Grieder mit rückläufigen Erlösen zu kämpfen hat. Der Manager hatte die Verantwortung in Metzingen im Jahre 2021 übernommen, das Unternehmen konsolidiert und anfangs Rekordumsätze geliefert. Im Dezember 2025 kündigte Hugo Boss schließlich eine strategische Neuausrichtung an, die die Effizienz verbessern und den „Weg für profitables Wachstum“ ebnen soll. So will der Modekonzern unter anderem durch geringere Investitionen und reduzierte Vorräte den Mittelzufluss stützen. Neben Effizienzsteigerungen bei der Beschaffung sollen zudem Preisanpassungen und der Verkauf mit weniger Rabatten helfen.

Pläne für Entlassungen von Mitarbeitern hatte das Unternehmen bei der Ankündigung der Neuausrichtung nach eigenen Angaben keine. „Das globale Umfeld ist fragmentierter und volatiler denn je, weil Handelsbarrieren und eine zurückhaltende Verbraucherstimmung die Komplexität unserer Geschäfte erhöhen“, hatte Grieder Anfang Dezember zu den Gründen für die Sparpläne gesagt.