Falscher Doktortitel qua Künstlername: Hier wimmelt es von Hochstaplern
Doktor oder nicht Doktor, das ist derzeit ja wieder die Frage: Wer darf sich denn Doktor nennen, und wer darf es nicht? Was machen wir mit Leuten, die über ihr Doktorsein flunkern? Von Politikern, Plagiatsjägern und Journalisten wird das Thema mit größter Angespanntheit erörtert, eine Mehrheit von ihnen scheint die Ansicht zu hegen, dass ein falscher Doktortitel das Aus für jede Art von öffentlicher Karriere bedeute. Was für ein Irrtum! Das zeigt ein Blick in die Geschichte des Pop: Wo waren denn unsere Plagiatsjäger, als Dr. Dre seine ersten Hip-Hop-Tracks herausbrachte? Der Mann hat eine Universität niemals von innen gesehen und behauptete trotzdem, ein echter Chirurg zu sein: „L. A. is the place for you to be / To witness Dr. Dre in surgery“, heißt es in einem Song seiner World Class Wreckin’ Cru aus dem Jahr 1985, in dem Dr. Dre außerdem noch behauptet, einen „Ph. D. in mixology“ zu besitzen. Dafür wurde er nicht nur niemals belangt. Dr. Dre zog später sogar seinerseits vor Gericht, um einem Frauenarzt namens Draion Burch das Praktizieren als Dr. Drai zu verbieten – mit dem Argument, man könne die beiden Doktoren verwechseln.