USA: Trump startet nachdem ihm benannte Website zu Händen günstigere Medikamente
Die US-Regierung hat die Webseite TrumpRx gestartet, ein Verkaufsportal für vergünstigte Medikamente. Die nach dem Präsidenten benannte Website soll allerdings keine direkte Verkaufsplattform sein, sondern Patientinnen und Patienten zu den Seiten der Hersteller weiterleiten. Ziel ist es, Medikamente zu erschwinglicheren Preisen anzubieten. Zum Start werden mehr als 40 Präparate gelistet, darunter auch Mittel zur Gewichtsreduktion wie Ozempic und Wegovy.
Trump hatte den Start des Portals zuvor selbst angekündigt. „Dutzende der am häufigsten verwendeten verschreibungspflichtigen Medikamente sind für alle Verbraucher mit drastischen Rabatten erhältlich“, sagte er bei der Vorstellung im Weißen Haus. Ihm zufolge können US-Bürgerinnen und -Bürger so ein „Vermögen sparen“, was insgesamt auch sehr gut für das Gesundheitssystem sei, fügte er hinzu.
„Mit diesen Preisen wird es viele Trump-Babys geben“
Auch der TV-Mediziner und Leiter der Gesundheitsbehörde CMS, Mehmet Oz, lobte die Seite und bezeichnete sie als bahnbrechend. Ihm zufolge könnten die niedrigeren Preise für Ozempic und Wegovy dazu führen, dass die US-Amerikaner in diesem Jahr deutlich an Gewicht verlieren. Günstigere Preise für das Fruchtbarkeitsmedikament Gonal-F könnten zudem landesweit zu mehr Schwangerschaften führen, gab er an. „Mit diesen Preisen wird es viele Trump-Babys geben“, sagte Oz.
Unklar ist, ob die Preise auf den Webseiten der Arzneimittelhersteller dauerhaft unter denen liegen, die viele Patienten über ihre Krankenversicherung zahlen. Laut der New York Times warnte eine Expertin, dass manche Patientinnen und Patienten die Preise für günstig halten könnten, am Ende aber finanziell schlechter dastünden. Nach Angaben des Portals sollen sie nach den ersten zwei Monaten schrittweise steigen.
Start der Webseite verzögert
Der Start der Webseite am Donnerstag erfolgte nach mehreren Verzögerungen, deren Gründe die Regierung bislang nicht öffentlich gemacht hat. Im vergangenen Herbst hatte Oz Trump versichert, die Webseite werde noch vor Jahresende Preise für Verbraucher veröffentlichen. Auch ein für Ende Januar geplanter Start wurde verschoben.
Trump hatte bereits im September erste Hinweise auf das Vorhaben gegeben, als er den ersten von mehr als 15 Verträgen mit Pharmaunternehmen zur Senkung der Medikamentenpreise verkündete. Ihm zufolge hat er nun unter anderem mit dem US-Pharmakonzern Eli Lilly und dem dänischen Unternehmen Novo Nordisk vereinbart, deren beliebte, aber teure Abnehmmittel über die Webseite zu reduzierten Preisen anzubieten. Der Preis für Novo Nordisks Ozempic soll demnach von über 1.000 Dollar (848 Euro) auf 199 Dollar pro Monat gesenkt werden, während Eli Lillys Wegovy statt 1.300 nur noch 199 Dollar kosten soll.
Viele Details der Vereinbarungen sind jedoch weiterhin unklar. Die Arzneimittelpreise für Patientinnen und Patienten in den USA hängen von vielen Faktoren ab, darunter der Versicherungsschutz des Einzelnen. Die meisten Menschen sind über ihren Arbeitgeber, den privaten Versicherungsmarkt oder staatliche Programme wie Medicaid und Medicare versichert, wodurch sie einen Großteil der Kosten nicht selbst tragen müssen.